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CES-Rede des Intel-Chefs : Mehr gibt’s zur Chip-Lücke nicht zu sagen, Herr Krzanich?

Intel-Chef Brian Krzanich hat eine Hubschrauber-Drohne ausprobiert und davon auf der CES erzählt. Bild: Reuters

Die Spannung war gewaltig: Was würde der Intel-Chef über die gerade bekannt gewordene Sicherheitslücke in den Computerchips sagen? Nicht viel. Er behauptet, zeitnah eine komplette Lösung zu haben. Dann spricht er lieber über die Zukunft und eine „fantastische“ Erfahrung.

          Wohl selten dürfte ein Vortrag von Brian Krzanich mit so viel Spannung erwartet worden sein. Schon seit Monaten stand fest, dass der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Halbleiterkonzerns Intel am Montagabend die Eröffnungs-„Keynote“ auf der Elektronikmesse CES halten sollte, aber der Auftritt bekam in den vergangenen Tagen eine ganz neue Brisanz: Enthüllungen über gravierende Sicherheitslücken in Mikroprozessoren seines Unternehmens haben ihn in Erklärungsnot gebracht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Schwachstellen setzten Milliarden von Geräten von Smartphones über Personalcomputer bis zu Großrechnern in Unternehmen dem Risiko von Hacking-Angriffen aus, es ist eine der größten Sicherheitslücken, die es jemals in der Computerindustrie gab. Für Krzanich bekam das Ganze einen zusätzlichen schalen Beigeschmack, weil er vor wenigen Monaten einen großen Teil seiner Intel-Aktien verkauft hat - just zu einem Zeitpunkt, als dem Unternehmen die Anfälligkeit seiner Chips schon bekannt war.

          FAZ.NET erklärt: Was hinter der Chip-Lücke steckt.

          Die große Frage war also, ob und in welcher Form das Thema nun zur Sprache kommen würde. Krzanich kehrte die Kontroverse nicht unter den Teppich und sprach sie sogar ganz am Anfang seiner Rede an. Er tat es aber auf eine sehr eigenartige Art und Weise und zeigte sich keineswegs zerknirscht. Er begann seine Ausführungen mit einem Dank an die Industrie, zusammen an dieser „branchenweiten Angelegenheit“ gearbeitet zu haben, die „mehrere verschiedene Prozessorarchitekturen“ betreffe. Das sei schon „wirklich bemerkenswert“ gewesen, sagte er.

          Krzanich ließ dabei im Hintergrund ausgewählte Ausschnitte von Stellungnahmen einblenden, die verschiedene Technologieunternehmen wie Microsoft oder Amazon in den vergangenen Tagen zu den Sicherheitslücken abgegeben haben und in denen teils auch die Namen von Intels Wettbewerbern Advanced Micro Devices und ARM vorkamen. Er erweckte damit den Eindruck, Intel habe mit der Sache nicht mehr und nicht weniger zu tun als andere Unternehmen auch.

          Das deckt sich freilich nicht ganz mit den Ausführungen der Sicherheitsexperten, die die Anfälligkeit der Mikroprozessoren für Hacking-Angriffe ans Licht gebracht haben. Bei einer der beiden Schwachstellen, die den Namen „Spectre“ trägt, kamen sie tatsächlich zu dem Schluss, dass alle Prozessoren verwundbar seien. Die andere Sicherheitslücke „Meltdown“ wurde von den Forschern aber nur bei Intel festgestellt, wenngleich nicht ausgeschlossen wurde, dass auch andere Anbieter betroffen sein könnten.

          Der Rest kommt Ende Januar

          Auf solche Nuancen ging Krzanich aber nicht weiter ein und beteuerte, es habe höchste Priorität für Intel, die Sicherheit von Daten zu gewährleisten. Es gebe bislang keine Hinweise dafür, dass Hacker die Schwachstellen ausgenutzt hätten, und Intel arbeite „unermüdlich“ daran, dass dies auch so bleibe.

          Er riet, möglichst unverzüglich aktualisierte Software herunterzuladen, die Intel und Partnerunternehmen entwickeln, um das Problem zu beheben. Intel erwarte, bis Ende dieser Woche Updates für mehr als 90 Prozent der in den vergangenen fünf Jahren herausgebrachten Chips zu haben. Der Rest solle bis Ende Januar folgen.

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