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Broadcom und Qualcomm : Chiphersteller will Konkurrenten für 130 Milliarden Dollar kaufen

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Bietet viel Geld: Broadcom will einen Wettbewerber für 130 Milliarden Dollar kaufen. Bild: Reuters

Große Wende auf dem Markt für Chiphersteller – Broadcom bietet für Qualcomm. Beide beliefern sehr prominente Kunden. Im Hintergrund: Ein Streit mit Apple.

          Im Chipgeschäft bahnt sich die bisher größte Übernahme an: Das amerikanische Unternehmen Broadcom will für 130 Milliarden Dollar den Konkurrenten Qualcomm kaufen. Es ist der Versuch einer feindlichen Übernahme gegen den Willen von Qualcomm. In dem Gesamtpreis sind auch Schulden von 25 Milliarden Dollar enthalten, wie Broadcom an diesem Montag mitteilte.

          Umgerechnet beträgt das Angebot 70 Dollar pro Qualcomm-Aktie. Das Papier war am Freitag zu einem Kurs von etwas weniger als 62 Dollar aus dem Handel gegangen. Qualcomm ist im Großteil der Smartphones und Tablet-Computer mit Kommunikationschips vertreten, die für die Verbindung zu Netzen sorgen. Zudem stellt das Unternehmen in vielen Telefonen auch den Hauptprozessor und verdient Geld mit Patentlizenzen auf diverse Technologien.

          Broadcom-Chef Hock Tan erklärte, durch den Größenzuwachs und eine breitere Produktpalette könnte die Firma fortgeschrittenere Halbleiter-Erzeugnisse bieten und den Aktienwert steigern. Qualcomm erklärte, das Angebot prüfen zu wollen, um den besten Weg für die eigenen Aktionäre einzuschlagen.

          Apples brisante Ankündigung

          In der Qualcomm-Bilanz sorgen die Chips für den Großteil der Erlöse – der Gewinn wird aber vor allem mit den Lizenzen erzielt. Da sich das Geschäft von Qualcomm und Broadcom an vielen Stellen überschneidet, gehen Experten davon aus, dass die Regulierungsbehörden diese Übernahme scharf prüfen werden. Ein neues gemeinsames Unternehmen könnte unter anderem eine Schlüsselposition im Bereich des kommenden schnellen 5G-Datenfunk einnehmen.

          Das Angebot wurde auch möglich, weil Qualcomm seit Monaten in einem eskalierenden Streit mit Apple steckt, der die Geschäftszahlen der Chipfirma schmälerte und den Aktienpreis nach unten trieb. Der iPhone-Konzern weigert sich, an Qualcomm einen Prozentsatz vom kompletten Gerätepreis abzuführen. Apple argumentiert, damit wolle Qualcomm an Technologien verdienen, die von Apple-Mitarbeitern selbst erfunden worden seien. Der Halbleiter-Konzern kontert, in den Apple-Geräten steckten Qualcomm-Technologien nicht nur in den Chips. Die Unternehmen verklagten sich gegenseitig in mehreren Ländern.

          Vergangene Woche nun ließ ein Medienbericht, wonach Apple in kommenden Generationen seiner Geräte ganz ohne Qualcomm-Chips auskommen wolle, den Aktienkurs der Chipfirma an einem Tag um sieben Prozent absacken. Branchenbeobachter schließen nicht aus, dass Broadcom nach einer Übernahme von Qualcomm den Streit beilegen könnte.

          Die von Qualcomm angestrebte Übernahme des Chipspezialisten NXP für 39 Milliarden Dollar will Broadcom fortführen. Für sie gibt es bisher keine Zustimmung der Regulierer – und zudem wollen einige NXP-Aktionäre mehr Geld.

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