http://www.faz.net/-gqe-94dql

Internet-Sicherheit : Britische Behörde warnt Ministerien vor Kaspersky-Software

  • Aktualisiert am

Der Hauptsitz von Kaspersky steht in Moskau. Bild: AFP

Nicht nur in den Vereinigten Staaten wächst der Druck auf das Anti-Virus-Unternehmen Kaspersky aus Russland. Der Firmengründer fühlt sich an alte Zeiten erinnert.

          In Großbritannien warnt die für Internet-Sicherheit zuständige Behörde NCSC heimische Ministerien davor, die russische Anti-Virus-Software Kaspersky zu verwenden. Die NCSC setzte zum Wochenende hin ein entsprechendes Schreiben an Regierungsbeamte auf.

          Darin heißt es, die Software sollte vor allem nicht in Systemen eingesetzt werden, die Informationen enthielten, die der nationalen Sicherheit schaden könnten, wenn die russische Regierung darauf Zugriff hätte. Mit dem russischen Unternehmen Kaspersky Lab wolle man Gespräche über ein Programmiergerüst führen, das Großbritannien überprüfen könne. Die in Moskau ansässige Firma teilte mit, sich auf eine Zusammenarbeit mit der Behörde in der Angelegenheit zu freuen.

          Wegen Spionageverdachts hatten bereits die Vereinigten Staaten Mitte September Kaspersky-Software aus ihren Behörden verbannt. Der Einsatz dieser Anti-Virus-Software könne die nationale Sicherheit gefährden, begründete die Regierung von Präsident Donald Trump damals ihre Vorgabe. Sie äußerte den Verdacht, dass Kaspersky anfällig für eine Einflussnahme durch das Präsidialamt in Moskau sei.

          Kaspersky ist eine weltweit aktive Softwarefirma, die zu den bekanntesten Anbietern in dem Bereich gehört. Das Unternehmen hat wiederholt beteuert, keine Beziehungen zu Regierungen zu unterhalten und keine Hilfestellung in Sachen Cyber-Spionage zu leisten. „Zeigen Sie mir die Beweise. Zeigen Sie mir die Daten!“, forderte Firmengründer Jewgeni Kasperski unlängst im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Kaspersky bietet auch im deutschsprachigen Raum Programme zum Schutz von PCs und mobilen Geräten an. Zu seinen Kunden zählt das im Jahr 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen.

          Weitere Themen

          Familien mit Kindern inhaftieren Video-Seite öffnen

          Trump lenkt ein : Familien mit Kindern inhaftieren

          Das radikale Vorgehen der amerikanischen Behörden bei illegalen Einwanderern sorgt selbst in der republikanischen Partei für zunehmende Kritik. Nach einem innerparteilichen Treffen unterstützt US-Präsident Donald Trump nunmehr zwei Gesetzesentwürfe seiner Partei.

          Trump wettert gegen EU und Kanada

          Vor G-7-Gipfel : Trump wettert gegen EU und Kanada

          Vor ihrem Treffen machen die Protagonisten im Handelsstreit Front gegeneinander. Donald Trump trifft Japans Abe und schimpft auf europäische und kanadische Schutzzölle. Frankreichs Macron ist schon in Kanada und distanziert sich vom amerikanischen Präsidenten.

          Topmeldungen

          Merkel in Beirut : An der Flüchtlingsfront

          Bei ihrer Reise durch den Libanon erlebt die Kanzlerin eine Gesellschaft, die durch die vielen Vertriebenen im Land verunsichert ist – kommt ihr das bekannt vor?

          Streit bei den Republikanern : Die Kopfschmerzen werden stärker

          Der Graben zwischen konservativen und moderaten Republikanern in der Migrationsfrage wird immer tiefer. Im Repräsentantenhaus blockieren sich die Parteiflügel. Und für Trump ist alles sinnlos.

          Wechsel bei NRW-SPD : Auf nach vorne, aber alles wie gehabt

          Eine schonungslose Generalinventur hatte Michael Groschek nach der Niederlage bei der Landtagswahl in NRW versprochen. Doch nach einem Jahr tritt er wieder ab, und vieles ist beim Alten in der SPD.

          2:1 gegen Serbien : Schweiz siegt nach Herzschlagfinale

          Nach einem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand gelingt der Schweiz gegen Serbien ein fulminantes Comeback. Matchwinner ist neben Siegtorschütze Shaqiri ein anderer ehemaliger Bundesligaprofi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.