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Amazon-Gründer Bezos erzählt : „Ich wollte eine Frau, die ...“

  • Aktualisiert am

Jeff Bezos und seine Frau, die Schriftstellerin MacKenzie Bezos Bild: EPA

Ungewöhnlich privat berichtet der reichste Mensch der Welt, was Erfolg ausmacht, was ihm an anderen Menschen wichtig ist – und was die Sommerferien auf Opas Bauernhof bedeuteten.

          Wie wird man der reichste Mensch der Welt? Und wie erzieht der reichste Mensch seine Kinder? Amazon-Gründer Jeff Bezos steht seit den jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen des Onlinehändlers und des daraufhin noch einmal deutlich gestiegenen Aktienkurses an der Spitze der Reichen-Rangliste, die der Finanzdienst Bloomberg kontinuierlich errechnet – mit einem geschätzten Vermögen von nun 94 Milliarden Dollar.

          In einem Gespräch in Los Angeles hat er nun ungewöhnlich intime Einblicke in sein Leben gewährt. Kein Wunder, der Interviewer kennt ihn sehr gut, sieht ihm sehr ähnlich: sein Bruder Mark Bezos befragte ihn. Zum Beispiel darüber, wie prägend Großvater „Pop“ war. Jeff Bezos verbrachte seine Sommerferien im Alter zwischen vier und 16 Jahren auf Pops Farm, mitten in der Natur, ohne Zugang zu Hilfe von außerhalb, zumindest ohne schnellen, erinnerte sich Jeff nach einem Bericht des Internetdienstes „Techcrunch“.

          „Eher ein Kind mit neun Fingern als ein einfallsloses“

          Sein Großvater war, das machen Bezos Beschreibungen deutlich, in mehrere Hinsicht ein Vorbild für ihn, von Pop habe er gelernt, wie wichtig Einfallsreichtum ist und die Fähigkeit, schnell zu improvisieren. Pop habe beispielsweise Nadeln selbst hergestellt und außerdem Krankheiten seiner Tiere teils selbst behandeln gelernt, mitunter kaputtes Arbeitsgerät zu günstigen Preisen gekauft und dieses dann repariert. Eines Tages habe sich Pop dann die Spitze seines Daumens abgerissen, als er das Zugangstor zur Farm schließen wollte, sei schnell ins Krankenhaus gefahren und habe nur um eine pragmatische Behandlung gebeten - eine Episode, die offenkundig einen (positiven) Eindruck auf den Enkel gemacht hat. „Jedes Mal, wenn du einen Rückschlag erleidest, nutzt du Widerstandsfähigkeit und Einfallsreichtum und findest deinen Weg da heraus“, sagte Jeff Bezos nun in dem Gespräch.

          Auf 94 Milliarden Dollar schätzt der Finanzdienst Bloomberg das Vermögen des Amazon-Gründers Jeff Bezos.
          Auf 94 Milliarden Dollar schätzt der Finanzdienst Bloomberg das Vermögen des Amazon-Gründers Jeff Bezos. : Bild: AFP

          Wie wichtig ihm diese Eigenschaften sind, sagte Bezos später noch einmal, als es darum ging, wie er mit seiner Frau die Kinder erzieht. Sie erlauben, verriet er, ihren Kindern schon seit dem Alter von vier Jahren, scharfe Messer zu verwenden. Da bestehe zwar die Gefahr, dass sie sich schneiden, aber sie lernten eben auch dadurch. Die Einstellung seiner Frau in dieser Angelegenheit lautet: „Ich würde eher ein Kind mit neun Fingern haben als ein einfallsloses.“ Einfallsreichtum sei schließlich auch eine Eigenschaft, die er sich für seine Frau gewünscht und bekommen habe. „Ich wollte eine Frau, die mich aus einem Dritte-Welt-Gefängnis herausholen könnte“, sagte er.

          Bezos erzählte auch, wie er auf die Idee gekommen sei, Amazon zu gründen. Er, der im Jahr 1994 als Softwareentwickler an der Wall Street arbeitete, habe seinem damaligen Chef erzählt, er wolle einen Internet-Buchladen aufmachen. Dieser wiederum habe ihm gesagt, dass das eine interessante Idee sei, aber „eine bessere Idee für jemanden, der keinen guten Arbeitsplatz hat“. Er, Bezos, habe sich nach einigen Tagen dennoch dafür entschieden – als Entscheidung, „die mein Bereuen minimiert“. Niemand wolle sein Leben lang nur „persönliches Bereuen katalogisieren“. Am häufigsten entstehe Bereuen infolge nicht ergriffener Möglichkeiten. „Dann war für mich sofort klar, Amazon zu gründen. (...) Wenn das nicht funktioniert hätte, wäre ich mit 80 Jahren dennoch stolz darauf gewesen, es versucht zu haben.“

          Bekanntlich ist ihm das erspart geblieben. Mittlerweile führt er einen Weltkonzern mit ungefähr 540.000 Angestellten rund um den Globus und einer Börsenbewertung von etwas mehr als 535 Milliarden Dollar.

          Quelle: ala.

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