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Fit für morgen : 3.700.000.000.000 Dollar für Computer

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Intel arbeitet am selbstlernenden Chip „Loihi“. Bild: Intel

Die Welt bereitet sich auf die Zukunft vor: Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Stellen werden dieses Jahr eine Riesensumme für Software, Hardware und Cybersecurity ausgeben.

          Big Data, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit lauten die wichtigen Stichworte der Digitalisierung. Nach Ansicht der allermeisten Fachleute ist klar: Immer schnellere Rechner und zusehends wachsende Datenmengen werden dazu führen, dass sich alle Wirtschaftsbranchen und unzählige Abläufe in der öffentlichen Verwaltung in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren gehörig verändern werden. Manch einer wie der Google-Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai oder der renommierte Informatiker Andrew Ng vergleichen die Künstliche Intelligenz und ihre Folgen mit dem Voranschreiten der Elektrizität vor mehr als hundert Jahren.

          Sichtbar ist dieser technische Wandel zum Beispiel daran, wie viel Geld Unternehmen, Privatpersonen und auch der Staat ausgeben für neue Informationstechnologie. Für Software, für Smartphones, für PCs, für IT-Dienstleistungen wie Cloud-Angebote und zunehmend auch für die Sicherheit vor Hackerangriffen und den Datenschutz generell.

          Die Mitarbeiter des Analyseunternehmens Gartner schätzen, dass die Summe der IT-Ausgaben in diesem Jahr 3,7 Billionen Dollar erreichen wird, ausgeschrieben 3.700.000.000.000 Dollar. Das wäre ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 6 Prozent – und eine Summe, die etwa vergleichbar ist mit der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik Deutschland innerhalb eines Jahres (Bruttoinlandsprodukt).

          20 Milliarden Geräte am Netz

          „Dies stellt die höchste jährliche Wachstumsrate dar, die Gartner seit dem Jahr 2007 prognostiziert hat und ist ein gutes Anzeichen dafür, dass das IT-Wachstum einen neuen Zyklus erreicht“, sagte Gartner-Experte John-David Lovelock: „Die Ausgaben für IT wachsen weltweit in den erwarteten Bereichen und spiegeln das globale Wirtschaftswachstum.“

          Entscheider in der freien Wirtschaft stellen sich dabei offenbar tatsächlich auf einen substantiellen Wandel ein. Die Wirtschaft werde sich in einer bislang nie dagewesenen Geschwindigkeit verändern, sagten 74 Prozent der befragten Manager in einer neuen Umfrage des Beratungsunternehmens McKinsey. Sie erwarten demnach beispielsweise, dass es schwierig werde, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder ausreichend qualifiziertes Nachwuchspersonal zu finden.

          Die Veränderungen alleine in den kommenden fünf Jahren würden alle Neuerungen in den vergangenen Jahrzehnten übersteigen, glauben demnach die meisten Befragten Vorstände – sie kommen wesentlich auf der Automobilbranche, dem Maschinenbau und der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie. Die McKinsey-Berater haben dafür mit mehr als 300 ranghohen Unternehmenslenkern auf der ganzen Welt gesprochen.

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          „Natürlich gab es auch früher Entwicklungssprünge in der Industrie“, sagt Thomas Baumgartner, leitender McKinsey-Mitarbeiter in Europa: „Doch diesmal verändert sich nicht nur die Technologie, sondern für alle Unternehmen auch das fundamentale Geschäftsmodell.“

          Die Veränderungen, aber auch damit verbundene Zuversicht, leitet er aus beeindruckenden Kennzahlen ab. Mehr als 90 Prozent aller derzeit gespeicherten Daten seien in den zurückliegenden zwei Jahren entstanden. Und die Welt vernetze sich immer schneller – ungefähr 20 Milliarden Geräte sind nach Angaben von McKinsey derzeit mit dem Internet verbunden, täglich kämen 50 Millionen weitere hinzu.

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