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Volkswagen-Kontrolleur : „Verdorbene Unternehmenskultur“

  • Aktualisiert am

In den Vereinigten Staaten kostete der Diesel-Skandal Volkswagen viele Milliarden Dollar. Bild: dpa

Larry Thompson ist der von der amerikanischen Regierung eingesetzte Jurist, der aufpassen soll, dass Volkswagen den Dieselskandal richtig aufarbeitet. Er wundert sich, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

          Mit der Aufarbeitung des Dieselskandals hat der VW-Konzern nach Angaben des von der amerikanischen Justiz eingesetzten Oberkontrolleurs noch einen langen Weg vor sich. „Wir haben bei Volkswagen einen Drei-Jahres-Marathon vor uns und keinen Sprint über sechs Monate“, sagte Larry Thompson dem „Handelsblatt“. Er wurde im Frühling von der Regierung in Washington als Aufpasser bei Volkswagen eingesetzt und soll den Wolfsburgern auf die Finger schauen, damit sich Verfehlungen wie im Dieselskandal nicht wiederholen können.

          Europas größter Automobilkonzern muss nach Ansicht Thompsons an seiner Unternehmenskultur arbeiten, um künftig völlig integer und gesetzeskonform zu sein. „Bei Volkswagen gab es bei einigen Mitarbeitern eine verdorbene Unternehmenskultur. Sie war nicht von Offenheit und Ehrlichkeit geprägt“, sagte Thompson.

          Für den Juristen sei es bis heute unerklärlich, warum es überhaupt zum Dieselbetrug kommen konnte. „Volkswagen ist doch immer ein erfolgreiches Unternehmen gewesen.“ Aus wirtschaftlicher Sicht seien die Betrügereien überhaupt nicht nötig gewesen.

          Eine Schlüsselrolle komme beim Aufbau einer neuen Unternehmenskultur dem obersten Management zu. „Es ist wichtig, dass der Vorstand von oben den richtigen Ton angibt und das Vertrauen der Mitarbeiter erwirbt“, sagte Thompson. Compliance und Integrität müssten im Konzern dieselbe Bedeutung bekommen wie Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Volkswagen war am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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