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Elon Musk erreicht seine hochgesteckten Ziele einfach nicht. Bild: AFP

Tesla-Produktion : Wie Elon Musk stets seine eigenen Ziele verpasst

Schon wieder muss Tesla eingestehen, dass es ein wichtiges Ziel nicht erreicht: diesmal die Auslieferung der neuen Mittelklassenlimousine. Das ist kein Wunder.

          Erst am Montag hat Tesla bekannt gegeben, das Ziel für das dritte Jahresquartal klar verfehlt zu haben. 1.500 Exemplare des neuen E-Mittelklasse-Autos „Model 3“ sollten allein im September gefertigt werden. Das hatte Vorstandschef Elon Musk Anfang Juli auf Twitter bekanntgegeben. Letztlich sind es aber nur 260 gewesen – und das im gesamten dritten Quartal. Das Unternehmen teilte mit, es habe länger als erwartet gedauert, die Systeme im Werk Fremont und im Batterie-Werk in Reno zu aktivieren. Diese Sache wolle man aber „kurzfristig“ in den Griff bekommen. Mit dem neuen Modell, das 35.000 Dollar kosten soll, soll ein breiterer Markt erschlossen werden. 20.000 Autos will der E-Auto-Konzern ab Dezember monatlich produzieren.

          Dass Musk sein Ziel verfehlte, sorgte bei Anlegern für Sorge: Die Aktie von Tesla fiel nachbörslich um 1,7 Prozent. Doch es war nicht das erste Mal, dass Elon Musk Großes angekündigt und dann nicht gehalten hat. In folgenden Punkten hat der Visionär seinen Mund zu voll genommen:

          Produktion

          Vergangenes Jahr wurden rund 76.000 Tesla-Modelle an Kunden ausgeliefert. Musk hatte 90.000 Autos versprochen. Auch die Jahre davor lieferte Tesla weniger Autos aus, als Musk prognostizierte. So sollte der Konzern 2015 55.000 Fahrzeuge ausliefern. Daraus wurden nur knapp über 50.000.

          Modellentwicklung

          Das Model X, Geländewagen und zweites Modell von Tesla, sollte ursprünglich schon 2014 produziert werden. Das Ziel wurde kassiert, stattdessen hieß es: Frühjahr 2015. Wegen Schwierigkeiten mit den Flügeltüren konnte der SUV dann doch erst im Herbst vom Band rollen.

          Gewinne

          Musk kündigte Anfang 2016 an, Gewinn zu machen. Das konnte er nicht halten. Für das Gesamtjahr 2016 wies Tesla einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar aus – mit einem Nettoverlust von 675 Millionen Dollar. Grund waren unter anderem die Investitionen in den neuen Model 3. Diese fielen höher aus als angenommen. Der Vorstandsvorsitzende musste die Aktionäre wieder einmal beruhigen.

          Autonomes Fahren

          Für den tödlichen Unfall im Juni 2016 gaben amerikanische Behörden dem sogenannten Autopiloten von Tesla eine Mitschuld. Musk hält indes an seiner Technik fest. Er betonte stets, dass die Technik zahlreiche Unfälle vermieden hätte. Im vergangenen Jahr überraschte Musk seine Ingenieure mit der Ankündigung, dass bald alle Tesla-Autos selbstfahrend seien. Die Zeitung „Wall Street Journal“ schrieb damals, dass die Technologie laut den Mitarbeitern von Tesla noch nicht soweit sei.

          Qualität

          Im Crash-Test der amerikanischen Versicherungswirtschaft schnitt Tesla nicht so gut ab wie von Musk erwartet. Auch die Qualität der Fahrzeuge wird oft bemängelt: Der Consumer Report, das amerikanische Pendant zur Stiftung Warentest, rät mittlerweile vom Kauf gebrauchter Teslas wegen Qualitätsmängeln ab.

          Für die kommenden Jahre hat Musk weiterhin ehrgeizige Ziele: So kündigte er vergangenes Jahr an, schon 2018 eine Jahresproduktion von 500.000 Autos erreichen zu wollen. Das wäre zwei Jahre früher als geplant und eine Verzehnfachung gegenüber 2015. Der Visionär wird seine Ziele in Zukunft noch höher hängen – und womöglich wieder daran scheitern.

          Quelle: FAZ.NET

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