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Selbstfahrende Autos : Testen für das Netz der Zukunft

Sensoren in der Fahrbahndecke: im Digitalen Testfeld Autobahn Bild: dpa

Um automatisierte Fahrfunktionen zu entwickeln, unterhalten Vodafone, die Telekom und Co. eine ganze Reihe von Testfeldern. Es geht nicht nur um mehr Sicherheit.

          Wenn es stimmt, dass Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts, sind, dann hätten die Universität Aachen, der Kreis Düren und der Telekommunikationskonzern Vodafone den Ort für ihr Mobilitätstestfeld kaum besser wählen können. Das Feld befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche in Aldenhoven, nordöstlich von Aachen. Es spiegelt damit den Übergang von der alten in die neue Zeit: Wo noch bis vor 25 Jahren Bergarbeiter Steinkohle zu Tage förderten, proben heute eine ganze Reihe von Forschungseinrichtungen oder Unternehmen, wie sich aus dem neuen Rohstoff Gewinn ziehen lassen könnte.

          Der Ort dafür ist das „5G Mobility Lab“ von Vodafone. Vor rund einem Jahr hat der Netzbetreiber begonnen, das Mobilitätslabor aufzubauen. Seit Anfang dieses Monats können dort nun Autozulieferer oder Fahrzeugproduzenten Erfahrungen sammeln, wie sie mit der nächsten Mobilfunkgeneration 5G Autos und Infrastruktur miteinander vernetzen können, um neue Fahrerassistenzsysteme bis hin zu automatisierten Fahrfunktionen zu entwickeln. Die fünfte Generation des Mobilfunks wollen die Netzbetreiber voraussichtlich bis zum Jahr 2020 zur Marktreife bringen.

          „In unserer Vision gibt es diese Verkehrstoten nicht mehr“

          Auf dem Testfeld in Aldenhoven stehen derzeit vier Anwendungsszenarien im Mittelpunkt – von der „Landstraße der Zukunft“ über die „Kreuzung der Zukunft“ und die „Bergkuppe der Zukunft“ bis zum „Parkplatz der Zukunft“. In allen spielt die Vernetzung eine grundlegende Rolle. Auf der vernetzten Kreuzung erkennen die Autos zum Beispiel, wenn ein Fußgänger plötzlich zwischen parkenden Fahrzeugen hervortritt und bremsen dann automatisch ab. Auf der vernetzten Landstraße nutzen hinter einem Lastwagen her fahrende Autos dessen nach vorne gerichtete Kamera. So soll der Hintermann erkennen können, wann die Gegenfahrbahn frei ist, um gefahrlos zu überholen. Und wenn es um das Park-Szenario geht, muss der Testfahrer gar nicht mehr am Steuer sitzen. In der Zukunftsvision soll ein automatisiert fahrendes Auto alleine zu einem freien Parkplatz finden.

          Laut Hannes Ametsreiter, dem Geschäftsführer von Vodafone Deutschland, hat das Telekommunikationsunternehmen ein höheres Ziel angetrieben, das Testfeld aufzubauen. „Heute sterben jeden Tag neun Menschen im Straßenverkehr in Deutschland. Unsere Vision ist eine Welt, in der es diese Verkehrstoten nicht mehr gibt“, sagt Ametsreiter. Diese Ideen seien keine Hirngespinste mehr, sondern würden sehr bald schon Realität sein. „Deshalb ist es wichtig, diese neuen Möglichkeiten zu testen und dadurch stetig zu verbessern.“ Umsonst sind die Probeläufe nicht. Eine Stunde Testfeldnutzung kostet zwischen 80 und 400 Euro – je nachdem, ob Unternehmen oder Wissenschaftler die Teststrecke und die dazugehörige Netzinfrastruktur für sich alleine nutzen wollen oder nicht.

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