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Porsche : Jetzt im Angriffsmodus

Porsches Ausstieg aus dem Diesel-Geschäft wird wohl nicht aufgrund vernünftiger Abwägung entschieden. Sondern auch das Ergebnis eines Machtkampfes im Volkswagen-Reich sein.

          Lange schien Porsche fein raus. „Die Diesel-Motoren sind von Audi“, lautete im Kontext mit dem Diesel-Skandal die Antwort auf jedwede Frage, noch bevor diese gestellt wurde. Tatsache ist aber, dass auch im Hause Porsche die Staatsanwaltschaft seit Wochen wegen Betrugs ermittelt.

          Vor wenigen Tagen verkündete der Bundesverkehrsminister dann, dass dem Geländewagen Cayenne wegen Manipulationen an der Motorsteuerung die Zulassung entzogen werde. Das schien die Höchststrafe für Porsche zu sein.

          Doch die Sportwagenbauer schalten auf Angriff um. Während die Mannschaft größtenteils im Urlaub ist, wird in der Porsche-Führung der schnelle Abschied vom Diesel geplant. Der zahlungskräftigen Kundschaft wird als schadstoffarme Alternative nun ein Hybrid schmackhaft gemacht, nicht etwa in einer Sparversion, sondern als Topmodell, gern mit ein paar PS mehr.

          Mit dem Vorstoß könnte Porsche freilich andere Pläne im VW-Konzern und vor allem beim Motor-Lieferanten Audi durchkreuzen. Insofern wird der Ausstieg aus dem Diesel-Geschäft wohl nicht aufgrund vernünftiger Abwägung entschieden, sondern auch das Ergebnis eines Machtkampfes sein.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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