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Mögliche Manipulationen : Bundesamt ordnet Rückruf für Opel-Diesel an

Opel-Zafira auf der Automesse in Schanghai im Jahr 2013 Bild: AP

Der Autohersteller muss nun 96.000 Fahrzeuge aufgrund einer Anordnung mit einem Software-Update nachrüsten. Allerdings hat er mehr als die Hälfte davon schon freiwillig aktualisiert. Betroffen sind drei Modelle.

          Das Kraftfahrt-Bundesamt hat einen verpflichtenden Rückruf für rund 96.000 Dieselfahrzeuge des Autoherstellers Opel angeordnet. Im Rahmen der Prüfung der Fahrzeugtypen Insignia, Cascada und Zafira habe das Bundesamt unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Aufgrund der Abschalteinrichtungen könne es im Betrieb zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen.

          Abschalteinrichtungen sind Software-Funktionen, die die Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren herunterfahren. Laut einer EU-Regulierung sind sie generell unzulässig, es sei denn, sie dienen dazu, den Motor zu schützen oder die Fahrzeugsicherheit zu gewährleisten. Opel steht auf dem Standpunkt, rechtmäßig gehandelt zu haben, und hat angekündigt, sich gegen falsche Anschuldigungen zur Wehr setzen.

          Insgesamt geht es um 96.000 Autos der drei Modelle in ganz Europa. Sie wurden in den Jahren 2013 bis 2016 produziert. Der im vergangenen Jahr neu aufgelegte Insignia ist daher nicht betroffen. In Deutschland bezieht sich der Rückruf auf rund 32.000 Autos. Im Falle des Insignia und des Cascada geht es um Fahrzeuge mit 2-Liter-Dieselmotoren; beim Zafira sind sowohl 1,6-Liter- wie auch 2-Liter-Aggregate betroffen.

          Allerdings schreibt das Kraftfahrt-Bundesamt, dass Opel schon rund 23.000 Fahrzeuge freiwillig nachgerüstet habe. De facto müssen hierzulande daher lediglich gut 9000 Opel-Eigner ihre Fahrzeuge in die Werkstätten bringen. In Europa haben dem Vernehmen nach gut die Hälfte der vom Rückruf betroffenen Autos schon ein freiwilliges Software-Update von Opel erhalten.

          In einer Stellungnahme vom Freitag bestätigte der Autohersteller die Anordnung des Rückrufs und erinnerte daran, dass er seit Anfang des vergangenen Jahres eine „freiwillige Serviceaktion“ umsetzt. „In Deutschland müssen noch weniger als 9200 Fahrzeuge das entsprechende Softwareupdate erhalten“, teilte das Unternehmen mit.

          Opel muss laut Bundesamt nun die bisher freiwillig laufende Nachrüstung auf alle betroffenen Fahrzeuge ausdehnen. Ziel sei es, die unzulässigen Abschalteinrichtungen aus den Fahrzeugen zu entfernen.

          Wegen des Manipulationsverdachts hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag Standorte von Opel in Rüsselsheim und Kaiserslautern durchsucht. Die Behörde ermittelt wegen des Anfangsverdachts des Betrugs gegen unbekannt. Opel verwahrte sich gegen den Vorwurf, unzulässige Abschalteinrichtungen zu verwenden. „Opel-Fahrzeuge entsprechen den geltenden Vorschriften“, hieß es in einer Mitteilung.

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