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M.I.T.-Studie zum Abgasskandal : 60 Menschen könnten früher sterben

  • Aktualisiert am

Abgastest in Kalifornien Bild: AP

Amerikanische Forscher versuchen, die langfristigen gesundheitlichen Folgen des VW-Abgasskandals einzuschätzen. Eine jetzt veröffentlichte Studie der Elite-Uni M.I.T. klingt alarmierend.

          Volkswagen hat bislang stets betont, dass es im Abgasskandal keine Toten gegeben habe. Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler kommt nun allerdings zu einem anderen Ergebnis: Forscher des renommierten Massachussetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard Universität haben mit Hilfe von Hochrechnungen die gesundheitlichen Folgen des Abgasskandals in den Vereinigten Staaten abgeschätzt. Ihr Ergebnis: Allein in Amerika könnten die illegalen Abgase zu rund 60 vorzeitigen Todesfällen führen.

          Und nur wenn die manipulierten Autos bis Ende des nächsten Jahres aufgerüstet oder aus dem Verkehr gezogen würden, könnten weitere 130 Todesfälle vermieden werden. Die sieben Wissenschaftler haben ihre Studie gerade in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Environmental Research Letters“ veröffentlicht.

          Zudem gehen die Forscher davon aus, dass die zusätzlichen Abgase zu einer höheren Zahl von chronischer Bronchitis und Herzerkrankungen führen wird. Die Wissenschaftler räumen aber selbst ein, dass die Hochrechnungen keine sichere Erkenntnis liefern, sondern auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen und bestimmten Annahmen über die räumliche Verteilung der Abgase beruhen.

          Die Forscher zitieren in ihrer Studie frühere Arbeiten, die zu dem Ergebnis kommen, dass jährlich Zehntausende Menschen an den Abgasen des Verkehrs in Amerika sterben – teils wegen der Belastung durch Feinstaub, teils wegen höherer Ozonbelastung. Den Forschern ging es nun darum, abzuschätzen, welchen zusätzlichen Effekt der Volkswagen-Abgasskandal hat. Sie gingen in ihren Berechnungen davon aus, dass die betroffenen Dieselautos von Volkswagen 10 bis 40 Mal mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt. Insgesamt seien daher in den Vereinigten Staaten schon jetzt 36.700 Tonnen zusätzliche Stickoxide ausgestoßen worden.

          Über die gesundheitlichen Folgen für Europa – wo es weit mehr Dieselautos als in Amerika gibt - ist bislang keine vergleichbare Studie erschienen.  Ob die Studie juristische Konsequenzen hat, ist sehr unsicher. Einzelne Todesfälle können kaum dem Skandal direkt zugeordnet werden. Volkswagen muss sich aber auf eine ganze Reihe von Prozessen einstellen.

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