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F.A.Z. exklusiv : Noch mehr juristischer Gegenwind für Volkswagen

Das Volkswagen-Logo auf dem Hauptsitz in Wolfsburg. Bild: dpa

Der prominente Aktionär und Corporate-Governance-Fachmann Christian Strenger will gerichtlich eine Sonderprüfung für das Jahr 2016 erzwingen. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt er, was dahinter steckt.

          Nach einem gerichtlichen Rückschlag vor gut drei Wochen bekommt Volkswagen neuen Gegenwind von einem prominenten Aktionär. Der als Fachmann für gute Unternehmensführung („Corporate Governance“) bekannte Anteilseigner Christian Strenger bereitet einen Antrag auf Sonderprüfung bei Gericht vor, wie er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte.

          Klaus Max  Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Unter anderem wirft er Volkswagen vor, sich auch im Jahr 2016 unzureichend um vorbehaltlose Aufklärung der Dieselaffäre bemüht zu haben. Mit dem Antrag auf Bestellung eines Sonderprüfers war Strenger auf der Hauptversammlung im Mai noch gescheitert.

          „Unzureichende bilanzielle Vorsorge“

          Stenger benötigt jetzt die Unterstützung anderer Minderheitsaktionäre: Nach Paragraph 142 des Aktiengesetzes muss er mindestens ein Prozent des Grundkapitals hinter sich bringen oder Anteile im Nennwert von 100.000 Euro, wobei nach Strengers Worten auch Vorzugsaktien in Betracht kommen.

          Mit dieser Strategie hat Strenger bei anderen Unternehmen mehrmals Erfolg gehabt. Er betont, er agiere als Privataktionär; seine Stimme hat aber großes Gewicht: Strenger war Gründungsmitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, hat Aufsichtsratserfahrung und leitete früher die Fondsgesellschaft DWS.

          Vor wenigen Wochen hatte das Oberlandesgericht Celle auf eine Beschwerde der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine Sonderprüfung für VW angeordnet. Im Zentrum steht die Frage, wann der damalige Vorstand um Martin Winterkorn erstmals Kenntnis von der Manipulation der Dieselmotoren hatte oder hätte haben müssen, und ob möglicherweise ein Verstoß gegen eine Ad-hoc-Publizitätspflicht vorliegt. Hierbei geht es um Vorgänge bis zum Jahr 2015.

          Mit seinem Antrag will Strenger dagegen eine Sonderprüfung für das darauffolgende Jahr. „Celle macht Mut, nicht loszulassen in der Behandlung der Dinge, die man von Vorstand und Aufsichtsrat im jeweiligen Geschäftsjahr erwarten kann“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Strenger kritisiert nicht nur unzureichende Aufklärungsbemühungen um die VW-Dieselaffäre, er nimmt auch Anstoß an Bonusansprüchen und bemängelt „deutlich unzureichende bilanzielle Vorsorge“. VW äußerte sich zu Strengers Antrag noch nicht, da das Unternehmen bislang den Inhalt nicht kenne.

          Die ganze Geschichte über die neuen juristischen Schwierigkeiten für Volkswagen lesen Sie ab 20 Uhr im E-Paper oder F.A.Z.-Plus sowie in der Freitagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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