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F.A.S. exklusiv : Der Diesel verliert seine Freunde

Auf Benzin fallen an der Tankstelle weniger Steuern an als auf Diesel. Bild: Victor Hedwig

Nur noch jeder Dritte ist dafür, den Antrieb an der Tankstelle weiterhin steuerlich zu begünstigen, heißt es in einer neuen ADAC-Umfrage. Die Prioritäten verschieben sich hin zu anderen Verkehrsmitteln.

          Der kluge Lobbyist weiß: Nie ist der Zeitpunkt günstiger, eigene Wünsche in den politischen Betrieb einzuspeisen als in der Phase der Koalitionsverhandlungen, wenn die künftigen Partner ihr Programm festschreiben. Dies gilt auch für die Jamaika-Gespräche, die gerade mit viel öffentlichem Getöse zelebriert werden. Und dies weiß auch der ADAC, der deshalb schon mal eine Wunschliste zusammengetragen hat. Was erwarten die Deutschen von der künftigen Verkehrspolitik?, hat der Automobilclub in einer repräsentativen Erhebung erfragen lassen. Ergebnis: Für zwei Drittel der Deutschen ist der Erhalt und Ausbau des Straßennetzes eines der wichtigsten verkehrspolitischen Handlungsfelder der nächsten Bundesregierung (65 Prozent). 62 Prozent der Befragten votieren zudem dafür, die Mobilitätsangebote im ländlichen Raum zu verbessern. Ebenso wichtig sind den Bürgern effektive Maßnahmen zur Förderung der Verkehrssicherheit (63 Prozent).

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Natürlich sind die Leute mehrheitlich für den Erhalt der Pendlerpauschale, schließlich sparen sie damit Geld. Erstaunlicher ist schon die Forderung, dass eine künftige Regierung den Themenkomplex Klima- und Umweltschutz stärker beachten soll: 59 Prozent unterstützen diese Forderung - und liefern den Grünen damit Argumentationshilfe für die Verhandlungen mit Union und FDP. Eine breite Mehrheit ist außerdem dafür, ambitionierte CO2-Grenzwerte für Neufahrzeuge zu setzen oder alternative Antriebe zu fördern.

          Die Diesel-Freunde dagegen geraten in die Minderheit: Nur noch 31 Prozent der Befragten sind dafür, den Diesel an der Zapfsäule weiterhin steuerlich zu begünstigen. 54 Prozent dagegen fordern einen „zeitlich und wirtschaftlich verlässlichen Rahmen“ für den Übergang in die CO2-freie Mobilität.

          Dass die Gunst des Automobils in der Bevölkerung sinkt, lässt sich daraus ableiten, wie sich die Prioritäten in Richtung öffentlicher Verkehr verschieben. Bus und Bahn messen die Leute ein enormes Potential für eine umweltschonende Mobilität bei. 59 Prozent der Befragten sprechen sich deshalb für eine stärkere Förderung des öffentlichen Verkehrs aus. 67 Prozent würden nach eigener Auskunft die Einführung eines deutschlandweit einheitlichen Ticketsystems für den öffentlichen Nahverkehr begrüßen. Gestärkt werden soll nach Meinung der Befragten auch der Schienen- (55 Prozent) und Radverkehr (41 Prozent) sowie die Vernetzung der Verkehrsträger untereinander (44 Prozent). „Die Mobilität von Morgen ist keine Entweder-oder-Frage: Effektiver Umweltschutz und optimale individuelle Mobilitätsangebote sind der klare Wunsch der Bürger dieses Landes“, schließt daraus ADAC-Vizepräsident Klaus Becker.

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