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Volkswagen-Chronik : Vom sauberen Auto zum schmutzigen Skandal

  • Aktualisiert am

Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Bild: AFP

Es begann alles mit dem Wunsch nach einem sauberen Auto und endete in einem schmutzigen Skandal. FAZ.NET resümiert den VW-Absturz nach manipulierten Abgastests.

          Im Volkswagen-Chaos geht der Überblick schnell verloren. VW selbst hat eingeräumt, bis zu 11 Millionen Autos mit Software zur Manipulation von Abgastests ausgerüstet zu haben. Aber was geschah wann? Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse, wie sie sich bislang darstellen.

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          2000er

          Die amerikanischen Umweltbehörden haben besonders strenge Abgasnormen. Unter anderem die Norm Bin-5 Lev II. Sie ist strenger als die seinerzeit in Europa geltende Norm Euro 5.

          2005 bis 2006

          Die deutsche Automobilindustrie versucht, den modernen Diesel in den Vereinigten Staaten hoffähig zu machen. Nicht nur Volkswagen, sondern auch Mercedes-Benz, Audi und BMW versuchen sich an dieser Aufgabe. Wenn Hersteller in Amerika mit besonders niedrigen Abgaswerten werben, müssen sie besonders restriktive Grenzwerte einhalten. Das will Volkswagen schaffen. Nach bisherigem Wissen ist vermutlich im Laufe des Jahres 2005 die Entscheidung zum Einbau von manipulierter Software gefallen. Und zwar in der Motorenentwicklung der Wolfsburger Zentrale. So wird es jedenfalls in einem Zwischenbericht der internen Revision dargestellt, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Dank der Software-Manipulation kann Volkswagen später die Werte bei Tests einhalten, auf der Straße aber übersteigen die sogenannten „Clean-Diesel“-Fahrzeuge den geforderten Grenzwert um ein Vielfaches.

          1. Januar 2007

          Martin Winterkorn löst Bernd Pischetsrieder als Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns ab. Winterkorn war zuvor Chef von Audi und saß schon viele Jahre im VW-Konzernvorstand.

          Ab 2008

          Volkswagen baut den Dieselmotor EA 189, der später als „Schummelmotor“ ins Gerede kommt. Er wird in Millionen Modelle des Konzerns eingebaut, auch in den Golf, den Passat und in viele Modelle von Audi, Skoda und Seat. (Details finden Sie hier)

          2011

          Volkswagen wirbt in den Vereinigten Staaten mit dem neuen Jetta TDI erstmals mit der Einhaltung der besonders strengen amerikanischen Abgasnorm. Nach Informationen der F.A.S. warnt bereits jetzt ein VW-Techniker vor illegalen Praktiken im Zusammenhang mit Abgaswerten.

          Frühjahr 2014

          Die bislang nur Experten bekannte Non-Profit-Organisation „International Council on Clean Transportation“ (ICCT) versorgt Umweltbehörden mit wissenschaftlichen Analysen. In diesem Zusammenhang testet es auch stichprobenartig europäische Diesel-Modelle. Nach Diskrepanzen beschließt das Team um Geschäftsführer Peter Mock, die Tests auch auf amerikanische Modelle auszuweiten. John German, Geschäftsführer des ICCT in Amerika: „Wir hatten keinen Grund, Verdacht zu hegen.“ Mercedes stellte kein Fahrzeug zur Verfügung, daher nahmen die Forscher nur den VW Passat (2013) und VW Jetta (2012), sowie den BMW X5 unter die Lupe. Nur der BMW bestand unter realen Bedingungen den Test.

          Die amerikanische Umweltbehörde macht bekannt, dass Volkswagen Abgasuntersuchungen manipuliert hat.
          Die amerikanische Umweltbehörde macht bekannt, dass Volkswagen Abgasuntersuchungen manipuliert hat. : Bild: dpa

          Mai 2014

          Das ICCT leitet seine Ergebnisse sowohl an die kalifornische als auch an die amerikanische Umweltbehörde weiter, die wiederum Volkswagen informieren. Der Konzern schiebt die Angelegenheit auf technische Mängel.

          Dezember 2014

          Volkswagen ruft 500.000 Autos in den Vereinigten Staaten zurück und kündigt an, die Schwierigkeiten der überstiegenen Abgaswerte in den Tests durch ein Software-Update bereinigen zu wollen.

          Ein Foto vergangener Tage: Martin Winterkorn und Ferdinand Piëch
          Ein Foto vergangener Tage: Martin Winterkorn und Ferdinand Piëch : Bild: dpa

          Frühjahr und Sommer 2015

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