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Daimler-Chef Zetsche : „Bei uns wird nicht manipuliert“

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Daimler-Chef Dieter Zetsche, hier auf der Automesse IAA Mitte September, äußert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Mitgefühl mit Martin Winterkorn. Bild: Frank Röth

Nach dem VW-Skandal weist Daimler-Chef Zetsche den Verdacht von weit verbreiteten Manipulationen in der Autoindustrie zurück. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung äußert Zetsche zudem Mitgefühl mit Martin Winterkorn.

          Daimler-Chef Dieter Zetsche wehrt sich gegen den Verdacht, der Autohersteller betrüge bei den Verbrauchsangabe seiner Fahrzeuge.

           „Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen“, sagte Dieter Zetsche der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Ein Defeat Device, sprich eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz.“ Ein Konzernchef könne zwar nicht alle Details kennen, erläuterte Zetsche in der F.A.S.: „Aber ich bin in alle Entwicklungsprojekte eingebunden.“ In dem Interview äußerte er auch sein Mitgefühl für Martin Winterkorn. Auf die Frage, ob er Mitleid mit dem gestürzten VW-Chef habe, sagte Zetsche wörtlich: „Auch Manager haben Emotionen. Mit Martin Winterkorn tritt ein sehr erfahrener, von mir sehr geschätzter Unternehmenslenker ab.“

          Wie groß der Schaden durch den VW-Skandal für die gesamte deutsche Industrie sei, vermöge er noch nicht zu beurteilen, sagte der Daimler-Chef. „Ich hoffe natürlich, nicht nachhaltig“. Zetsche wehrt sich in dem Interview gegen den allgemein verbreiteten Eindruck, dass die Verbrauchsangaben der Hersteller immer geschönt seien. „Das stimmt so nicht“, sagte Zetsche. „ Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tests unter Laborbedingungen sehen immer ein wenig anders aus und können nur einen Ausschnitt aus dem Realbetrieb abbilden.“ Die sei der Grund, warum ein Auto im Alltag mehr Sprit verbrauche als vom Hersteller angegeben.

          Der Daimler-Chef verwahrt sich aber gegen den Verdacht, die Autoindustrie sei eine Ansammlung von Betrügern. Wenn Umweltverbände etwa behaupten, dass Geländewagen generell ein Viertel mehr Sprit verbrauchen als gewöhnliche PKW sei das schlicht falsch. „Die Daten beweisen das Gegenteil“, betonte Zetsche. „Ein SUV verbraucht heute nicht nennenswert mehr als eine Limousine - reinrassige Geländewagen ausgenommen. Aber die heutigen SUVs pflügen nicht mehr durch die Ackerfurche, diese Autos fahren meist auf Asphalt.“

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