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Weniger CO2 : Autoverband stellt Bedingungen für Emissionsziele

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Dieter Zetsche am Dienstag auf der IAA Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Dieter Zetsche ist nicht nur Chef von Daimler, sondern auch des europäischen Autoverbands. Als solcher hat er jetzt Vorschläge für die Regulierung seiner eigenen Branche gemacht. Die Bundesregierung reagiert allergisch.

          Europas Autoindustrie will sich nur unter bestimmten Bedingungen auf mittelfristig schärfere Emissionsziele für das klimaschädliche Kohlendioxid einlassen. Der europäische Autoherstellerverband Acea schlägt zunächst eine Reduzierung der CO2-Abgasemissionen von 2021 bis 2030 von 20 Prozent vor. „Das ist eine scharfe Reduktion“, sagte Verbandspräsident und Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Bedingung soll aber sein, dass die Elektroautos künftig gut beim Käufer ankommen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorhanden ist.

          Das finale Reduktionsziel für 2030 soll demnach im Jahr 2025 überprüft werden. „Wenn Elektroautos von den Kunden stärker akzeptiert werden, könnten die Ziele auch noch höher gesetzt werden – und umgekehrt“, sagte Zetsche. Wie stark der Aufschwung bei Elektromobilität konkret sein müsse, damit die vorgeschlagenen Ziele umgesetzt werden können, müsse Gegenstand der Diskussion mit der EU-Kommission in Brüssel werden, sagte Acea-Generalsekretär Erik Jonnaert.

          Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend. Das Umweltministerium verwies in Berlin darauf, dass es nicht Aufgabe der Automobilindustrie sei, Vorschläge für die eigene Regulierung zu machen. „Diese Vorgaben macht immer noch die Politik“, betonte ein Ministeriumssprecher. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass die EU-Kommission noch in diesem Herbst Vorschläge machen wolle. Das Umweltministerium setze weiter auf eine Quote für emissionsarme Autos, um so die Elektromobilität zu fördern.

          Bis zum Jahr 2021 müssen Autohersteller nach EU-Vorgaben derzeit die Kohlendioxidemissionen in ihrer Fahrzeugflotte auf 95 Gramm je gefahrenem Kilometer senken, sonst drohen ihnen empfindliche Strafen. Derzeit liegen etwa die deutschen Autokonzerne Daimler und BMW noch deutlich über dieser Schwelle – im vergangenen Jahr lag der Ausstoß pro gefahrenem Kilometer bei jeweils mehr als 120 Gramm. Die Abgaskrise erschwert den Autoherstellern, die Ziele zu erreichen, da Dieselantriebe im direkten Vergleich mit Benzinern bei gleicher Leistung wegen des geringeren Kraftstoffverbrauchs weniger Kohlendioxid ausstoßen. Zudem verkaufen die Hersteller im Schnitt immer stärker motorisierte große Autos, was die Ziele ebenfalls erschwert.

          Derzeit sinkt der Marktanteil von Dieselfahrzeugen unter anderem wegen der Diskussion um Fahrverbote insbesondere bei privaten Autokäufern in Deutschland und auch in Europa deutlich. Streitpunkt ist der Ausstoß von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden (NOx). Im September 2015 war aufgeflogen, dass der Volkswagen-Konzern Diesel-Abgastests auf dem Prüfstand manipuliert hatte, rund 11 Millionen Fahrzeuge weltweit waren betroffen.

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