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Abgasskandal : Neuer Schock: Auch Audi gesteht Manipulation

Auch in den Audi Q7 soll ein manipulierter Antrieb eingebaut worden sein. Bild: dpa

Die Kunden bestellen weniger Volkswagen nach dem zweiten Betrug. Und nun räumt auch der Premium-Hersteller Audi ein, Diesel-Motoren manipuliert zu haben.

          Neuer Ärger für den VW-Konzern: Nun hat erstmals auch die Tochtergesellschaft Audi zugegeben, dass Diesel-Motoren manipuliert wurden. „Ein Schock“, sagt ein Aufsichtsrat der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vorige Woche schon war eine Audi-Delegation, inklusive Vorstandschef Rupert Stadler, nach Amerika geflogen. In Gesprächen mit der mächtigen Umweltbehörde EPA haben die Audi-Techniker anerkannt, dass sie Schummel-Software eingesetzt haben, die nicht konform ist mit den amerikanischen Gesetzen, schreibt die F.A.S. weiter.  

          Betroffen sind nach Informationen der F.A.S. rund 100.000 Autos des Konzerns, die mit dem 3-Liter-Turbodiesel ausgestattet wurden. Der Großteil davon wurde in den Modellen Audi Q7 und im A8 verbaut, der Rest im Porsche Cayenne und im Volkswagen Touareg, jeweils in den Baujahren 2009 bis 2014. Diese Autos werden voraussichtlich in Kürze in die Werkstätten gerufen, um eine neue Software aufzuspielen.

          Für Kunden in Europa besteht zwar kein Handlungsbedarf. Der Vorfall erhöht aber den Druck auf Audi-Chef Stadler, heißt es in Aufsichtsratskreisen: „Sollte er früher davon gewusst haben, wäre er nicht zu halten. Hat er erst jetzt von den Sünden erfahren, so stellt sich die Frage nach der politischen Verantwortung.“ Stadler könne allerdings darauf zählen, dass die Eigentümer-Familien Porsche und Piëch ihn stützen, schon um jede weitere Erschütterung im Konzern zu vermeiden. Denn der Betrugs-Skandal verunsichert mittlerweile wohl zunehmend die Kunden und hält sie davon ab, Autos von Volkswagen zu kaufen.

          Im gesamten Volkswagen-Konzern sind nach Informationen der F.A.S. nach den internen Untersuchungen inzwischen etwa ein Dutzend Täter im Diesel-Skandal direkt identifiziert, die Zahl der Mitwisser bleibe schleierhaft. Als Nachfolger für Volkswagen-Personalvorstand Horst Neumann, der in Pension geht, wird demnach mit externen Kandidaten gesprochen.

          Ursprünglich war Betriebsratschef Bernd Osterloh als neuer Arbeitsdirektor vorgesehen, auch wenn er derartige Ambitionen bestritten hatte. Seine Nominierung haben nicht zuletzt die Eigentümer-Familien verhindert, die sich angeblich ultimativ gegen Osterloh ausgesprochen haben.

          VW-Skandal : Enthüllungen am laufenden Band

          Quelle: FAZ.NET

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