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Abgasskandal : Amerika jagt VW-Manager mit Interpol

  • Aktualisiert am

Volkswagen ist immer noch mit der Aufarbeitung des Abgasskandals beschäftigt. Bild: AFP

Ein früherer Manager von Volkswagen sitzt in den Vereinigten Staaten schon in Haft. Nach fünf weiteren ehemaligen Führungskräften wird nun wohl auf der ganzen Welt gesucht.

          Im Dieselskandal bei Volkswagen hat die amerikanische Justiz nach einem Medienbericht fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen auf der ganzen Welt zur Fahndung ausgeschrieben. Darunter seien auch zwei Vertraute des früheren VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn, berichteten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR am Donnerstag. Ziel der amerikanischen Behörden sei es, die Angeklagten hinter Gitter zu bringen wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen amerikanische Umweltvorschriften. Deutschland werde die Beschuldigten aber sicher nicht an die Vereinigten Staaten ausliefern. Der Konzern wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

          Anfang des Jahres hatte die Bundespolizei FBI schon der VW-Manager Oliver Schmidt während eines Zwischenstopps in den Vereinigten Staaten am Flughafen in Miami festgenommen. Ihm drohen nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums bis zu 169 Jahre Haft. Der 48 Jahre alte Manager war ein enger Mitarbeiter des ebenfalls in Amerika angeklagten Heinz-Jakob Neusser, der bis zur Aufdeckung des Abgasskandals im September 2015 bei der Marke VW Entwicklungschef war.

          Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte schon Mitte Januar dieses Jahres berichtet, dass die Strafverfolgung der anderen Angeklagten schwierig wird. Denn eine Auslieferung durch die Bundesrepublik verbietet das Grundgesetz. Ausgenommen davon sind Verbrechen, die Deutsche im Ausland begangen haben und vom internationalen Gerichtshof geahndet werden. Die Betroffenen müssen aber mit einer Festnahme außerhalb Deutschlands rechnen. Die amerikanische Justiz hatte früher erklärt, neben dem schon inhaftierten VW-Manager noch weitere Verantwortliche strafrechtlich zu verfolgen. Darunter waren keine amtierenden Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder. Mehrere Entwicklungschefs mussten den Konzern schon verlassen.

          Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, bei elf Millionen Diesel-Pkw auf der ganzen Welt die Abgasreinigung manipuliert zu haben. Die Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid werden nur auf dem Prüfstand eingehalten, im Straßenverkehr sind sie um ein Vielfaches höher. Die amerikanischen Behörden hatten den Konzern zu außergerichtlichen Vergleichen gezwungen und Bußgelder auferlegt. Der Skandal kostet den Konzern schon über 22 Milliarden Euro. Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden, denn Tausende VW-Aktionäre und Autokäufer verklagten den Autobauer auf Schadenersatz.

          Auch die deutschen Strafverfolger ermitteln gegen fast 50 Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Skandal: wegen Betruges, Marktmanipulation von Aktienkursen und rechtswidriger Datenlöschung. VW-Chef Matthias Müller, VW-Markenchef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch wird vorgeworfen, die Investoren im Herbst 2015 bewusst zu spät über die finanziellen Folgen des Dieselbetrugs informiert zu haben. Sie weisen die Anschuldigungen zurück.

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