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24.000 Fahrzeuge betroffen : Neue Vorwürfe gegen Audi im Abgasskandal

  • Aktualisiert am

Rund 24.000 Audi-Fahrzeuge sollen betroffen sein. Bild: dpa

Audi hat nach Worten von Verkehrsminister Alexander Dobrindt unzulässige Abgas-Software verwendet. Und noch ein weiterer Verdacht steht im Raum. Das Unternehmen hat schon reagiert.

          Der Skandal um manipulierte Abgaswerte ist für den Volkswagen-Konzern offenbar doch noch nicht vorbei. Am Donnerstag kamen neue Vorwürfe gegen die Tochtergesellschaft Audi auf, und zwar von gewichtiger Stelle: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt teilte am Abend mit, Audi habe unzulässige Software verwendet.

          Die Software erkenne, wenn das Auto auf dem Prüfstand war und habe die Reinigungssysteme nur dann voll wirksam eingeschaltet. Soweit unterscheidet sich der Vorwurf nicht von den bekannten und weitgehend behobenen Manipulationen im VW-Konzern. Dobrindt nannte zunächst keine Einzelheiten, er ließ nur wissen, es seien rund 24.000 Fahrzeuge betroffen. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich um Modelle der Oberklassebaureihe A8 mit Sechszylinder- und Achtzylinderdieselmotor handelt, die bis 2013 oder gar bis 2016 gebaut wurden und die Abgasnorm Euro 5 erfüllen müssen. Diese Fahrzeuge waren in den Vereinigten Staaten Teil eines teuren Vergleichs, in Europa indes bislang nicht.

          Nun steht der Vorwurf im Raum, Audi könne hier den Einsatz der illegalen Software verschwiegen haben, obwohl die Konzernführung vollständige Transparenz und Aufarbeitung versprochen hat. Wie es heißt, fordert Dobrindt von Konzernchef Mathias Müller kurzfristig eine Erklärung sowie eine Lösung, was mit den betroffenen Fahrzeugen geschehen soll.

          Womöglich weitet sich der Skandal darüber hinaus noch weiter aus, denn nach Informationen der F.A.Z. steht Audi auch im Verdacht, über die Getriebesteuerung Einfluss auf die offiziell ermittelten Verbrauchswerte genommen zu haben. Sprecher des Unternehmens waren zunächst zu Stellungnahmen nicht bereit, man müsse erst das Gespräch mit dem Ministerium abwarten und die Vorwürfe prüfen, hieß es.

          Durchsuchungen während der Jahrespressekonferenz

          Der Ingolstädter Hersteller erklärte, man habe die Auffälligkeiten bei eigenen Untersuchungen gefunden. Die betroffenen Dieselfahrzeuge würden zurückgerufen und eine neue Software erhalten. Audi zufolge soll die Softwareaktualisierung, die eine halbe Stunde dauert, im Juli beginnen. „Audi wird auch weiterhin vollumfänglich mit den Behörden und dem Kraftfahrtbundesamt zusammenarbeiten und entschuldigt sich bei seinen Kunden für die Unannehmlichkeiten und setzt alles daran, die gefundenen Auffälligkeiten so schnell als möglich zu korrigieren“, erklärte das Unternehmen.

          Audi-Chef Rupert Stadler hatte bei der Jahrespressekonferenz im März diesen Jahres gesagt: „Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand.“ Die Aufarbeitung sei „noch lange nicht abgeschlossen“. Aber sein Unternehmen tue alles, „dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert“.

          Während der Jahrespressekonferenz von Audi hatten mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale des Autobauers, weitere Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft hatte „ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung“ eingeleitet. Mit den Aktionen soll geklärt werden, wer an der Verwendung der manipulierten Abgas-Software und an Falschangaben beteiligt gewesen sei.

          Dobrindt hatte kurz nach Beginn des VW-Abgasskandals im September 2015 die „Untersuchungskommission Volkswagen“ eingesetzt. Bestehend aus Fachleuten des Bundesverkehrsministeriums, des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sowie wissenschaftlicher Begleitung durch den Münchner Professor Georg Wachtmeister bewertete sie zum einen die Auswirkungen des VW-Abgasskandals. Zum anderen sollte sie prüfen, ob auch für Diesel-Fahrzeuge anderer Hersteller unzulässige sogenannte Abgas-Abschalteinrichtungen verwendet wurden.

          Quelle: hap./dpa/Reuters

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