12.08.2012 · Mark Zuckerberg hat beim Börsengang alle genarrt: Der Wert der Facebook-Aktie ist in 80 Tagen um die Hälfte gefallen. Und diese Woche droht abermals eine Verkaufswelle.
Von Hendrik AnkenbrandRichtlinien für Lesermeinungen
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Anscheinend waren doch nicht alle so blöd?
Oder wie ist es zu erklären, dass die Aktien nicht nach oben ausgebrochen ist? Anscheinend haben viele dieser sogenannten Kleinanleger den Braten gerochen und haben die Finger von Facebook gelassen. Dumm gelaufen für die Finanzjongleure. Mal sehen was sie sich als nächstes ausdenken, um an unsere Erspartes zu kommen.
Ich verstehe das Geheule jetzt nicht. Wer sich ein wenig mit diesem Unternehmen Facebook und seinem Gründer befasst hat, musste erkennen, welche Selbstüberschätzung eines jungen Mannes und des Wertes eines leicht paranoiden Netzwerkes dahinter steckte. Aktien sind immer Risikopapiere, aber wenn schon das Unternehmen dahinter ein Risiko ist, sollte man die Finger davon lassen.
Nach all diesen Einblicken ist für mich auch klar, dass die
technische Panne beim Börsengang eine fingierte war um die
Verkäufe hochzutreiben. Wir erinnern uns: Die Computer versagten
angeblich da Kauforder nicht bestätigt wurden. Dies führte
dazu, dass viele Käufer glaubten ihre Kauforder seien nicht
angenommen wurden und deshalb diese wiederholten, manche mehrfach. In
der Folge erhielten diese dann auch die mehrfache Menge der eigentlich
gewünschten Aktien und mit der rasch einsetzenden Kursbaisse auch
den mehrfachen Verlust - zum Wohle der Verkäufer mit ihrem
Insiderwissen à la Zuckerberg. Na ja, derjenige der weiß,
wer die US-Finanzwelt beherrscht, der wundert sich da nicht mehr!
Im Übrigen hat nicht "die Welt" an Zuckerbergs
Gelddruckmaschine geglaubt sondern lediglich die von ihrer Gier nach
schnellen Gewinnen bereits Verblödeten. Eine Unternehmen, das noch
nie Gewinn eingefahren hat als Gelddruckmaschine zu begreifen - da
müssen aber alle Hirnzellen abgeschaltet sein o. fehlen!
Um das Ganze mal in 3 Worten zusammen zu fassen:
Gier frisst Hirn. ;-)
Profis kaufen nur unterbewertete substantielle Aktien, aber niemals substanzlose Mode-Aktien
Mein Mitleid mit den IPO-Käufern hält sich in Grenzen und ist
negativ ... ;-)
Das schnelle Geld mit IPO-Aktien machen ohnehin nur die Banken und
Emittenten, aber fast nie die Erstkäufer.
»Mundus vult decipi, ergo decipiatur.«
Wie in diesem Thread bereits mehrfach festgestellt: Niemand hat die
Gierhälse zur Investition gezwungen. FB ist heute noch drastisch
überbewertet. (Sowohl als Aktie wie als Netzwerk.) Die beteiligten
Banken haben wieder mal bestätigt, dass jeder mm Vertrauen in sie
ein mm zu viel ist. (Die Deutschbank war - wie sollte es anders sein -
wieder mittenmang, wie bei dem großen Zinsschwindel der Gaukler
von London auch. Herr Jain ließ und lässt halt nix aus.)
Gelackmeiert sind die »Zwangsinvestoren« aus den
Pensionsfonds, deren Manager für sie auf diese noch nicht einmal
spekulative Spinnerblase gesetzt haben. Womit wir bei Mark Zuckerberg
wären. Ein Spinner hat ein Netzwerk für Spinner geschaffen,
indem er auf jeden Narren anderthalbe gesetzt hat. Und nachdem er
gesehen hatte, wie leicht das geht, hat er seinen Börsencoup
gelandet. Gegen geltendes Recht hat Z. nicht verstoßen. Zumindest
unter ordnungspolitischen Aspekten hat Zuckerberg alles richtig gemacht:
»Take the money and run.«
Das erinnert mich an eine Episode aus meiner Kindheit: Im Fernsehen
wurde über die Versteigerung einer Mauritius-Briefmarke berichtet.
Ich war fasziniert von dem hohen Verkaufserlös und sagte zu meinem
Vater: "Schau' 'mal, wieviel die eine Briefmarke wert ist."
Worauf mein Vater antwortete:"Wert ist die das nicht. Du mußt
nur einen Dollen finden, der dir soviel dafür bezahlt."
Offenbar hat Zuckerberg genug Dolle gefunden. Wieder ein
schönes Beispiel dafür, wie Gier den Verstand ausschaltet.
Sie verwechseln Ursache und Wirkung! Die "Anleger" haben
wieder einmal gezeigt, dass sie keine Ahnung haben. Was haben sie denn
erwartet? Dass sich innerhalb der nächsten Monate noch Dümmere
finden, die noch mehr zahlen? Zahölen, wofür? Wer sich an
solchen Spielen beteiligt, sollte auch in der Lage sein, die
Konsequenzen seiner Idiotismen zu tragen.
Zuckerberg hat doch niemanden gezwungen, die Papierchen zu kaufen.
Man sollte sich vielmehr überlegen, ob man die Anleger, sofern es
nicht Privatleute sind, wegen Veruntreuung fremder Gelder zu bestrafen.
Die Menschen haben wohl verlernt, sich ein brauchbares eigenes Urteil zu bilden. Man schielt auf die Medien, orientiert sich am Staat und glaubt der Ratgeberindustrie. Der Facebook-Mann Zuckerberg ist amoralisch. Das konnte jeder wissen, spätestens als er die Privatsphäre für obsolet erklärte. Wer will also heute auch nur argumentieren, er habe _sein_ Geld verloren? Privater Geldbesitz ist dann ja wohl auch obsolet.
Börsengang als Abzocke der Massen
Was der Artikel verschweigt, sind die entsprechenden Machenschaften von
quasi-staatlichen Unternehmen, wie der Telekom, forciert mit
Dauer-Fernsehwerbe-Beschuss eines bekannten und beliebten Tatort-Kommissars.
Hier eine Sichtweise aus einem anderen Forum:
Zwei Brüder haben vor einiger Zeit jeder 5000 € investiert.
Der eine kaufte sich Telekomaktien, als diese frisch auf den Markt
geworfen wurden, der andere investierte sein Geld in Kisten Bier.
Jetzt nach einiger Zeit trafen sich die Brüder wieder und
verglichen, wer mehr aus seinen Vermögen gemacht hat:
Die Telekomaktien sind mittlerweile € 650 Euro wert. Der andere
Bruder hatte sein Vermögen aufgezehrt, indem er jeden Tag 2
Flaschen Bier getrunken hat. Wer von den beiden Brüdern ist nun der Reichere???
Richtig, derjenige, der in Bier investiert hat. In seinem Keller
befinden sich jetzt Pfandflaschen im Wert von 1200 €...
Anna Sedlacek,
man könnte Ihnen Recht geben, wenn Sie darlegen, dass Sie offenbar
unterstellen, dass prinzipiell niemand weiß, was er tut.
Ist das Ihr Bild von den heutigen Menschen. Doof, doofer, am doofsten.
Werbungsabhängiger. Selbst denken: Fehlanzeige.
Eine tolle Gesellschaft. Und Ihre REinschätgzung, was
Neoliberalismus ist, zeigt, dass Sie sich damit vielleicht doch einmal
befassen sollten. So ist es jedenfalls nur ein Schlagwort, benutzt von
Leuten, die es selbst auch nicht wissen, was sie eigentlich damit
meinen. Devise: Ich weißzwar nicht, was das heißt, ist aber
ein dolles Wort.
Biermädchenrechnung
Für 400 Kisten Bier muss Bruder 2 aber einen 2.ten Kellerraum
anmieten und der Abtransport verbrät 40x PKW Fahrten und mind. eine
ganzen Arbeitstag. Da sind die 1200 auch schon fast wieder weg. Biermädchenrechnung.
Er sollte 2 Kästen für sich und Bruder 1 aufbewahren, um
Dummheit und Kummer zu ertränken.
@Michael Seip
Das ist sogar die schlimmste Abzocke überhaupt: Staatsgläubige erst zu produzieren und dann auszunehmen. Hier zeigt sich der Neoliberalismus deutlich, der alles immer so wendet, wie es ihm passt. Denn ihr Sprüchlein ist ja nur legitim, wenn wir Freiheit und Marktwirtschaft hätten.
...oh doch.
Da sich sogar Manfred Krug hinterher für seine Werbung entschuldigt hat, spricht wohl einiges für die Meinung, es handle sich um "Abzocke". Und die Tatsache des Kursverfalls spricht auch für "Abzocke".
Machenschaften....
sicherlich war die Telekom-Aktie damals massiv beworben worden. Trotzdem konnte jedermann selbst entscheiden, ob er kauft oder nicht. Von Abzocke kann hier keine Rede sein.
... liegen einfach nah beinander. Wenn die Spekulation aufgeht, moechte jeder via Steuer davon profitieren, wenn nicht, wird haemisch gelacht. Ich wuenschte mir, dass jeder Kritiker erst einmal selber ein Unternehmen wie Facebook auf die Beine stellt - danach koennen wir weiterreden.
Das Gesichtsbuch erleidet einen Bruch. Denn für die nihilistische Selbstdarstellung will keiner bezahlen. Das zeigt die Substanzlosigkeit der Facebook-Freundschaften symbolisch auf
Hmmmm.. Viel heiße Luft um sehr viel Geld, fragwürdiger Umgang mit Daten..
das erinnert mich an irgendwas, das in Brüssel angesiedelt ist...
Wahrheit des Werts und Wert der Warheit
Man erinnert sich: Facebooks Wert bemisst sich nach dem geschäftlichen Erfolg einer Spekkulation: Dernach nimmt jemand an, dass eine Dienstleistung 2er Ordnung – die Bereitstellung von Nutzerdaten nebst einer zielgruppenoptimierten Anzeigenstelle – eine Dienstleistung 1er Ordnung nach sich zieht: Ein Werbeunternehmen, das als Dienstleister für einen Produzenten etwa von Sachwerwten auftritt. (Die hier erscheinende Vertauschung von Dienstleistung und Zahlzuordnung spricht für sich selbst.) Man erinnert sich nicht, solange dieser Handel faktisch funktioniert oder zu funktionieren scheint. Man erinnert sich indessen solange kein geeignetes Medium (mehr wie der Laptop/Tischrechner) oder noch kein neues geeignetes zur Konvention erhoben oder aber keine Anpassung der Dienstleistung A an letzteres erfolgt.
Zuckerberg verkaufte Illusionen. 38 Dollar pro Stück.
Ein Schuft ist er deshalb nicht. Oder gab es irgendwo einen Zwang, die
Illusion zu erwerben?
Im Übrigen zeigt dieser Fall (einmal mehr), dass Anleger keinen
Schimmer davon haben, was sie so kaufen. Selbst schuld, wer mit
derartigen Anlagen auf die Nase fällt.
Man könnte auch sagen: Ist doch egal wer die Dummköpfe
abzieht, abgezogen werden DIE sowieso.
Aber "A Maaaß" am Oktoberfest für 11 € geht in Ordnung?
Die Aktie hatte bei Ausgabe den Wert von 38 €. Und zwar exakt. Das
konnte man zahlen oder den Kauf bleiben lassen!
Und das Maß Bier am Oktoberfest hat den Wert von 11 € (oder
was das so kostet). Im Getränkehandel hat dasselbe Bier den Wert
von 70 Cent.
Vor dem Coloseum verkaufen Händler 0,2 Liter Leitungswasser
für 3 €. Und ein Mann in Legionärskluft lässt sich
mit Touristen ablichten für 5 €. So ist das Leben, das sind
die Preise, das sind die Werte in einer wertelosen Gesellschaft!
Strafrechtliche Relevanz....
sehe ich hier nicht. Zumindest nicht was die Geschäftsbeziehung von Facebook bzw. den emittierenden Banken und den Privatkunden angeht, denn jener hat die Wahl, ein überteuertes Produkt zu kaufen oder aber es sein zu lassen. Wenn überhaupt, sind jene strafrechtlich zu belangen, die Facebook-Aktien gewerbsmässig mit dem Geld anderer gekauft haben, also institutionelle Anleger, Rentenfond, Aktienfonds etc...
Einen Wert von 38 vorzugeben und zu fordern,
wenn der tatsächliche Wert bestenfalls 3,80 beträgt, was ist
das?
Der amerikanische Traum der unbegrenzten Möglichkeiten?
Ich sehe das aber strafrechtlich.
Facebook gestern, friendica heute. Es ist nicht so ...
... als das wir sagen müssen, wir haben von "facebook"
gar nichts gelernt. Facebook hat, wie Apple, beispielhaft gezeigt, wie
auch nicht-technik-affine Menschen für das Internet begeistert
werden können. Solche, die es sonst nicht bzw. nie genutzt
hätten. Auch bildungsferne Kreise sind per iPhone und facebook nun
dort vertreten, was man "Besserverdiener" bzw.
"Besserdenker" bedauert, wie die sogen. Öffnung der
Universitäten auch für Arbeiterkinder in den 60er Jahren.
Facebook hat eine Reihe von Internetdiensten zusammen geklaubt und
für Laien zugänglich gemacht: Homepagefunktion, Chatfunktion,
Bilderalbum inkl. Biometrie, Filmsammlung, Emailfunktion etc.
Man sollte sich der gut und sinnvoll nutzbaren Funktionen nicht wegen
des teilweise illegalen Handelns facebooks, was Datenschutz angeht,
nicht verschließen. Es ist eine bequeme, neuartige Nutzungsart des
Internets, die facebook am sichtbarsten vorgeführt hat. Jetzt
heißt die Zukunft: friendica, diaspora etc.
Viele haben an dem Hype mitgewirkt
An dem Facebook-Wahn haben auch in D viele mitgemacht, Medien und Unternehmen. Ständig hieß es "Auf unserer Facebook-Seite können Sie mitdiskutieren" etc. So - nur als Beispiel für viele - am Ende der "Münchner Runde" des GEZ-Senders Bayerisches Fernsehen. Ständig wurde man aufgefordert, auf Facebook zu gehen. Der Zuckerberg brauchte dafür gar keine Werbung zu schalten, seine Fangemeinde war wie gedopt. Wer nicht bei Facebook ist, gilt als Outsider, irgendwie noch von gestern. Tröstlich, dass sich nun alles schnell in Luft auflöst.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.08.2012 13:20 Uhr... nee ...
Ich erinnere mich an Berichte in der seriösen Presse, die davor warnten, diese Aktien zu kaufen. War selbst erstaunt darüber.
Bereits am 18.05.12, kommentierte ich:
"Facebook wird zum 25fachen Wert des erwarteten Umsatz bzw rund dem
100fachen Gewinns für 2012 bewertet. Die mutigen
FB-Aktienkäufer, die hier ihr Geld investierten, werden wohl sehr
viele Jahre warten müssen, bevor sie da irgendetwas wiedersehen,
wenn überhaupt. Im Prinzip gibt es einfachere Arten, Geld zu
verbrennen. Heute werden viele Schafe von den Banken geschoren, denen
eine nachhaltige Anlage von bezahlten Medien suggeriert wurde und daran glauben."
Genau wie Zuckerberg damals seine Freunde an der Uni über den Tisch
gezogen hat, gelang ihm das auch bei den Aktionären. Natürlich
wäre das ohne die Hilfe von Banken und den von diesen
kontrollierten Medien nicht möglich gewesen. Schon die User-Zahlen
waren dreist frisiert. Experten gingen von 150 bis 200 Millionen und
nicht wie kolportiert, von 900 Millionen aus. Weiterhin Nutzlosigkeit
bei smart-phones und user von Adblocks. Praktisch wurde hier Luft in
Dosen als Aktien verkauft.
boersenwetten
das ist ja das schöne an der boerse. da verlieren immer die richtigen das geld....
Das entspricht doch in kleinster Weise der Wahrheit!
Leider muss ich dem Artikel bzw. den Thesen wirklich widersprechen. Die
Wahrheit ist doch, es wurde vor dem Börsengang doch in den Medien,
im Internet,... zig mal erklärt, was ist Facebook, wie risikoreich
ein Einstieg ist, welches Potential in der Firma steckt, aber auch
welches Risiko...
Man kann sich doch nicht hinstellen und behaupten, dass würde jetzt
für alle eine Überraschung sein. Da wurde auch niemand
"genarrt". Jeder Investor, egal wie viel er investiert hat,
wusste doch genau, auf was er sich da einlässt.
Dies ist auch nicht "schlimm oder gut". Fakt ist, es gibt eben
einen Markt, der viel Risiko enthält. Und wer möchte, der kann
sich dort engagieren und auf große Gewinne hoffen. Dafür
nimmt man das große Risiko in kauf.
Aber sich jetzt "aufregen" bzw. hier die Moralkeule schwingen,
ist einfach fehl am Platz. Man sollte bei der Wahrheit bleiben...
Hendrik Ankenbrand Jahrgang 1978, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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