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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Die Luft Ein Himmel für alle

20.10.2009 ·  Nicht jeder Kohlendioxid-Emittent sollte ohne Ende Treibhausgas in den Himmel blasen. Sonst ist das Klima schnell dahin. Vielleicht einigen sich die Länder darauf, so wie die klugen Almbauern.

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Was haben Bauern, die sich eine Alpen-Alm teilen, und Staaten, die den Klimawandel bremsen müssen, gemeinsam? Sie stehen im Grunde vor demselben Problem. Denn so, wie nicht jeder Bauer so viele Kühe, so lange er will, auf die Wiese drängeln darf, kann auch nicht jeder Kohlendioxid-Emittent ohne Ende Treibhausgas in den Himmel blasen. Sonst sind sowohl die Weide als auch das Klima womöglich schnell dahin.

Damit umzugehen ist eine knifflige Sache. Für eine Weide kann man sich ja noch überlegen, dass jeder Bauer ein eigenes Stück davon einzäunen könnte. Kümmern muss er sich dann selbst darum, dass immer genug Gras wächst. Mit der Atmosphäre klappt das so nicht. Zwar könnte man auch Himmel oder Luft per Vertrag verteilen. Nur: Könnte Herr Müller wirklich verhindern, dass Herr Meier seine Luft wegatmet? Könnte Frankreich deutsche Kohlendioxid-Emissionen von „seiner“ Luft fernhalten? Realistisch ist das nicht, denn wenn es überhaupt möglich ist, dann zu einem wahnsinnig hohen Preis (beispielsweise mit einer luftdichten Glaskuppel über dem ganzen Land, die aber trotzdem Ein- und Ausgänge für Flugzeuge haben müsste).

Ein Grund zur Hoffnung: Diender kennen sich

Darauf zu hoffen, dass eine Weltregierung mal eben ein Gesetz erlässt und durchsetzt, das alles das regelt, ist eine Illusion - schon allein, weil es so eine Regierung gar nicht gibt. Bleibt also bloß, dass sich die Länder an einen Tisch setzen, miteinander reden und sich darauf verständigen, wie sie (gemeinsam) die Atmosphäre nicht übernutzen. Die Wissenschaft geht momentan davon aus, dass bis zum Jahr 2050 noch rund 750 Gigatonnen Kohlendioxid dort abgelagert werden können, wenn es nicht mehr als zwei Grad wärmer werden soll. Die müssen aufgeteilt werden.

Dass das möglich ist, dafür gibt es aufgrund der Studien der neuen Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom Hoffnung. Denn die Gruppe der Länder ist klein genug, damit jeder jeden kennt. Allein auf die Frage, was passiert, wenn ein ganz wichtiges Land nicht mitmachen mag, ist die Antwort nicht leicht. Denn Ignorieren, also einfach nicht mehr mit ihm sprechen, hilft den anderen in dem Fall auch nicht.

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