15.05.2010 · Die europäischen Politiker sehen in den Hedgefonds die Feldherrn und Strategen in der Euro-Schlacht: Hedge-Fonds griffen den Euro an, sagen sie. Aber in Wahrheit haben sie vielfach ihre Spekulationen schon zurückgefahren oder aufgegeben.
Die Feldherren und Strategen in der Euro-Schlacht sind die Hedge-Fonds-Manager. So sagen es zumindest die europäischen Politiker. Hedge-Fonds griffen den Euro an. Schon nach einem Abendessen von Hedge-Fonds-Managern witterte so mancher eine Verschwörung gegen den Euro. Dann trat der berühmte Hedge-Fonds-Manager Jim Rogers auf einem Kongress in Großbritannien auf und warnte - wie schon Monate zuvor - vor einer Währungskrise. Das Pfund und der Euro würden noch tief fallen.
Politiker argwöhnen: Das sagen die Fondsmanager nur, weil sie vorher gegen den Euro spekuliert haben und jetzt ihrer Wette zum Erfolg verhelfen wollen, indem sie Panik schüren. Das treibt dann den Euro noch weiter nach unten - und dann profitieren die Hedge-Fonds.
Das anzustellen ist einfach: Ein Fonds kann zum Beispiel in guten Zeiten Euro auf Termin verkauft haben, das heißt: Er hat vereinbart, dass die Euro einige Monate später zu einem festen Kurs gegen eine andere Währung getauscht werden. Wenn zum Tauschzeitpunkt der Euro schwächer ist als der feste Kurs, dann hat der Spekulant schon gewonnen.
Der Haken an Kreditversicherungen
Wer auf die Pleite Griechenlands spekulieren möchte, der kann auch Kreditversicherungen („CDS“) kaufen. Dazu muss er Griechenland selbst gar keinen Kredit gegeben haben. Er kauft schlicht das Versicherungs-Wertpapier von einer anderen Bank. Wenn die Angst um griechische Staatsanleihen größer wird, steigen auch die Versicherungsprämien, und das ist nichts anderes als der Wert dieses Versicherungs-Wertpapiers. Wenn der Spekulant es nun verkauft, macht er Gewinn.
Der Haken an dieser These ist: Viele Hedge-Fonds haben ihre Spekulationen schon lange zurückgefahren oder aufgegeben. Gerade in unruhigen Zeiten würden die Fonds nur mit kleinen Beträgen handeln, weil auch sie auf Sicherheit bedacht seien, heißt es. Und wenn ein Trend erst mal in allen Zeitungen stünde, sei es sowieso zu spät, um damit noch Geld zu verdienen.
„Ich bin fassungslos“
Selbst der berühmte Jim Rogers, der immer noch vor der Währungskrise warnt, wettet derzeit nicht gegen den Euro. „Ich habe noch ein paar Euro“, sagte er der F.A.S. „Aber ich wette nicht dagegen.“ Nicht die Investoren seien schuld an der Misere, sondern die Politiker, die das Staatsdefizit gefälscht hätten. „Die Politiker haben entschieden, jeden herauszuhauen und den Euro dadurch zu entwerten. Die Investoren verkaufen nur deshalb“, sagte er. „Ich bin fassungslos, weil die Deutschen ihre Vorstellungen von einer harten Währung aufgegeben haben. Das hätte ich nie gedacht.“
Selbst die Spekulanten, die gegen den Euro wetten, könnten den Politikern helfen, sagt Rogers. Denn um ihre Wette zu beenden, müssten sie irgendwann Euros zurückkaufen. „So helfen sie den Politikern - falls die jetzt das Richtige tun.“
„Ich bin fassungslos, weil die Deutschen ihre Vorstellungen ...
K. Peter Luecke (microplan2002)
- 16.05.2010, 22:29 Uhr
@ K.P.L1949
Martin Bremer (inMOTION)
- 16.05.2010, 23:33 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2470 | −0,15% |
| Rohöl Brent Crude | 106,48 $ | −0,35% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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