15.05.2010 · Die Devisenhändler der Banken sind wie Fußtruppen: Sie führen jeden Auftrag aus. Für Spekulanten und Investoren ebenso wie für Händler, Touristen und Industriefirmen. Letztere sind gerade besonders aktiv.
Im Kampf gegen den Euro gelten sie als die Fußtruppen: Die Devisenhändler der Banken, die jeden Auftrag ausführen - für Spekulanten und Investoren ebenso wie für Industriefirmen, Händler und Touristen. Der größte Devisenhändler der Welt ist die Deutsche Bank. Doch deren Chef-Währungshändler, Ardalan Gharagozlou, sieht den Absturz des Euro nicht als Werk von Hedge-Fonds, dazu hätten die zu wenig Geld: „Keine Gruppe von Spekulanten kommt gegen die Europäische Zentralbank an.“ Das wüssten die auch.
Zwar gibt es auch Spekulanten unter Gharagozlous Kunden. Aber die meisten wetteten gar nicht gegen den Euro, sondern nutzten nur die niedrigen europäischen Zinsen. Diese Leute leihen sich in Europa Geld, um es im Ausland zu höheren Zinsen wieder anzulegen. „Carry-Trades“ heißt das. Dazu müssen die Spekulanten die geliehenen Euro wegtauschen - schon sinkt der Euro-Kurs wieder ein bisschen.
Besonders aktiv sind nicht Investoren sondern Industriefirmen
Das größte Problem des Euro aber sei die Nervosität. „Wenn die Menschen nervös werden, sichern sie ihre Positionen ab“, sagt er. Das drückt den Euro. Da sind zum Beispiel normale Langfrist-Investoren aus Amerika, die Euro-Anleihen halten und Angst vor einem Währungsverfall haben. „Solche Investoren können Termingeschäfte nutzen: Sie tauschen Euro und Dollar zu einem festen Kurs, aber erst in sechs Monaten.“ Oder sie kaufen eine Option - also das Recht auf so ein Geschäft. Je mehr Leute auf diese Weise Euro verkaufen, desto tiefer sinkt der Kurs.
Besonders aktiv waren aber zuletzt nicht Investoren, sagt der Händler - sondern Stahlkonzerne und andere Industriefirmen. „Firmen aus rohstoffintensiven Branchen fragen: Wie können wir uns dagegen sichern, dass der Euro noch weiter sinkt?“ Schließlich steigen dann deren Einkaufspreise.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2472 | −0,13% |
| Rohöl Brent Crude | 106,71 $ | −0,13% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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