http://www.faz.net/-gqe-98921

Es läuft : Die deutsche Industrie ist ausgebucht

  • Aktualisiert am

Im Daimler-Ausbildungszentrum in Esslingen ist „Industrie 4.0“ ein wichtiges Thema. Bild: dpa

Wenn die deutschen Industrieunternehmen keine neuen Aufträge bekämen, könnten sie noch ziemlich lange produzieren ohne Umsatzeinbußen. Ein Rekord seit Beginn dieser Statistik.

          Die deutsche Industrie sitzt auf dem höchsten Auftragsbestand seit Jahren. Die Order-Reichweite betrug im Januar 5,5 Monaten, wie das Statische Bundesamt an diesem Montag mitteilte. Selbst wenn von heute auf morgen kein Neugeschäft mehr zustände käme, könnten die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes durchschnittlich knapp ein halbes Jahr weiter produzieren, ohne Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen.

          Eine so große Reichweite gab es noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2015. Besonders gut gefüllt sind die Auftragsbücher der Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen: Hier reicht der Auftragsbestand 7,6 Monate.

          „Insgesamt ist die hohe Reichweite eine beruhigende Botschaft in stürmischen Zeiten, die auch in den kommenden Wochen durch protektionistische Bedrohungen und tendenziell sinkende Stimmungsindikatoren geprägt sein dürften“, sagte Andreas Scheuerle, Ökonom der Deka. „Der Auftragsbestand ist eine weniger schwankungsanfällige Größe. In ihm spiegeln sich nicht nur kurzfristige Bestellungen, sondern auch langfristig angelegte Großaufträge mit langer Reichweite.“

          Einer Umfrage des Instituts IHS Markit unter 400 deutschen Industriebetrieben zufolge hat sich der Bestand im Februar weiter erhöht, wenn auch langsamer als in den Vormonaten. Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit von der guten Weltkonjunktur. Allerdings sind die Risiken zuletzt gestiegen - etwa die Gefahr eines Handelskrieges, ausgelöst durch amerikanische Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe.

          Weitere Themen

          Macron für drei Tage bei Trump Video-Seite öffnen

          Syrien-Konflikt und EU-Zölle : Macron für drei Tage bei Trump

          Trump soll aus Sicht der EU-Spitzen dazu gebracht werden, Europa auf Dauer von Stahl- und Aluminiumzöllen auszunehmen. Bislang sind sie bis zum 1. Mai ausgesetzt. Nach Macron kommt am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington zu Besuch.

          Besser wird’s nicht

          Konjunktur der Industrie : Besser wird’s nicht

          Den auf der Hannover Messe ausstellenden Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und IT geht es sehr gut. Aber die Industrie warnt: Die Konjunktur hat ihren Höhepunkt erreicht.

          Topmeldungen

          TV-Kritik „Hart aber fair“ : Der Autismus der 68er

          „Hart aber Fair“ will die 68er erklären und lädt Rainer Langhans ein. Die Ansichten des APO-Veterans sind teilweise peinlich – aber hilfreich, um die 68er besser zu verstehen.
          Will der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bei der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen lediglich Wahlkampf betreiben?

          Solingen-Gedenken : FDP warnt vor Türkei-Wahlkampf

          Der türkische Außenminister will auf einer Gedenkfeier in Solingen sprechen. Die FDP warnt vor einem Wahlkampfauftritt, auch die CDU fordert ein Verbot. Außenminister Maas sieht es völlig anders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.