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Die Anleihenkäufer Sie flüchten aus Euro-Land

16.05.2010 ·  Staatsanleihen sind begehrt bei Investoren. Und es gibt viele davon, weil Staaten immer Geld brauchen. Weltweit sind jeden Tag 40 Billionen Dollar in Staatsanleihen in Umlauf. Papiere der EU-Staaten galten bis zur Griechenland-Krise als besonders sicher.

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Wenn es darum geht, wer die Kurse von Anleihen treibt, kann niemand sagen: ich nicht! Denn Anleihenkäufer ist mittelbar jeder von uns. Staatsanleihen sind das meistgenutzte Finanzinstrument der Welt. Allmonatlich müssen sich Länder Kredit verschaffen, darum schwappen jeden Tag rund 40 Billionen Dollar um die Welt. Und wer verdient daran mit? Vor allem Zentralbanken, Großbanken, Pensionsfonds, Versicherungen, Fonds und Hedge-Fonds. Wenn sie Staaten Geld geben, ist das gut, kritisch wird es, wenn sie die wieder abstoßen.

Größte Anleihenabnehmer sind die Zentralbanken, die sich mit Schuldtiteln eindecken, auch mit denen anderer Staaten. Die griechische Notenbank hat einen Großteil der griechischen Bonds gebunkert. Zweiter großer Abnehmer sind Großbanken, die Staatsanleihen brauchen, um sich damit selbst billiges Geld bei der EZB zu leihen. Dafür hinterlegten griechische und europäische Banken auch Hellas-Staatsanleihen als Sicherheit. Mehrere Milliarden griechischer Anleihen haben auch Fonds und Versicherer gekauft. Allen voran Pimco, der weltgrößte Anleihenfondsverwalter, der zum Allianz-Konzern gehört.

Warum gerade griechische Anleihen? „Wir wollten Geld verdienen, und wenn man sie bis zum Laufzeitende hält, bringen Anleihen sichere Zinsen. Bisher dachten ja alle, die Papiere der Euro-Industriestaaten seien sicher, die können gar nicht pleitegehen“, sagt ein großer Anleihenkäufer, „da war es völlig egal, ob man griechische oder deutsche nimmt.“ Zur Orientierung dienen ihnen die Ratings und eigene Experten. Gehalten werden Papiere auch trotz schlechter Ratings: „Es ist zwar ein Triple B, aber solange alle anderen drinbleiben . . .“ Der Fondsverwalter Pimco stieß vor der Krise alle Griechenpapiere ab. An der jüngsten Spekulation habe er sich so nicht beteiligt.

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29.05.2012 17:45 Uhr
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