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Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit Woher kommt das Wunder auf dem Arbeitsmarkt?

Viele Länder stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, der deutsche Arbeitsmarkt steht wie ein Fels in der Brandung. Liegt das nur daran, dass immer mehr Menschen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen? - Was denken Sie?

© dpa Vergrößern Immer dringender gesucht: Fachkräfte

Welch Szenario: In Europa stecken viele Länder in der Wirtschaftsflaute, auch in anderen Teilen der Welt hat die Wirtschaft in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres an Fahrt verloren - der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich hingegen nach wie vor ziemlich robust. Im Schnitt 2,8 Millionen Menschen waren vergangenen Jahr hierzulande offiziell arbeitslos, teilt die Bundesagentur für Arbeit mit. So wenige waren es zuletzt im Jahr 1991 gewesen. Nur einen Tag zuvor meldete das Statistische Bundesamt, dass im Jahr 2012 so viele Menschen wie noch nie in Deutschland erwerbstätig waren: 41,5 Millionen.

Wie kommt das? Sind die in den vergangenen Jahren geschaffenen neuen Stellen nachhaltig gute Arbeitsplätze oder - wie immer wieder vorgeworfen wird - vor allem sogenannte prekäre Beschäftigungsverhältnisse, niedrig bezahlte Arbeit also, deren Bezahlung alleine nicht reicht, um das Leben zu finanzieren?

Viel mehr Erwerbstätige

Zum Teil beides, lässt sich zumindest aus einschlägigen Statistiken ableiten. Rasant gestiegen ist in Deutschland seit dem Jahr 2003 die Erwerbstätigenquote. Dahinter verbirgt sich der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter, der auch tatsächlich erwerbstätig ist. Mehr ist hier besser und die Quote ist von 64 Prozent auf mehr als 70 Prozent im Jahr 2010 gestiegen, zeigen Statistiken des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das ist wesentlich auch den Arbeitsmarktreformen zu verdanken, die unter dem Stichwort “Hartz“ auf den Weg gebracht worden waren.

Einiges spricht dafür, dass unter den neuen Stellen vielfach auch gut bezahlte sind oder dass mindestens nicht in großem Umfang unbefristete Vollzeitstellen ersetzt wurden durch weniger sichere und schlechter bezahlte Lohnverhältnisse. Die Zahl der Minijobs beispielsweise ist mit Blick auf die zurückliegenden zehn Jahre ungefähr konstant geblieben. Schaut man nur auf die zweite Hälfte der vergangenen Jahrzehnts, ist sie rückläufig.

Befristete Beschäftigung stabilisiert sich

Außerdem stimmt es zwar, dass auf längere Sicht unter den abhängig Beschäftigten mehr Menschen nur befristete Arbeitsverhältnisse bekommen oder in Teilzeit arbeiten. In beiden Fällen ist allerdings seit Mitte der 2000er Jahre eine Stabilisierung eingetreten. Und wenn es um Teilzeitverhältnisse geht, sagt der bloße Blick auf die Quote noch nicht alles: Nicht wenige Menschen wollen schließlich genau so ein Beschäftigungsverhältnis, für sie ist das keine Notlösung.

Natürlich sind diese Zahlen nur der Blick auf das große Ganze und gibt es zwischen einzelnen Branchen und Regionen innerhalb Deutschlands mitunter große Unterschiede. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Aussage, das Wunder auf dem deutschen Arbeitsmarkt erklärt sich mit „Ausbeutung’’, schlicht falsch ist. Dass immer häufiger von Fachkräftemangel die Rede ist, ist nur ein Indiz.

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Quelle: FAZ.NET/ala.

 
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