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Deutsches Rettungspaket Wo das Geld herkommen soll

13.10.2008 ·  Bis zu 100 Milliarden Euro wird der Bund nun auftreiben müssen, um die Rettung der deutschen Banken zu finanzieren. Das Geld will er sich durch die Ausgabe von Bundesanleihen verschaffen. Aber wird es genügend Käufer für die neuen Wertpapiere geben? Und droht jetzt Inflation?

Von Stefan Ruhkamp
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Bis zu 100 Milliarden Euro wird der Bund nun auftreiben müssen, um die Rettung der deutschen Banken zu finanzieren. Das Geld will er sich durch die Ausgabe von Bundesanleihen verschaffen. Wird es aber genügend Käufer für die neuen Wertpapiere geben, und droht jetzt Inflation?

Schon jetzt braucht der Bund jedes Jahr gut 200 Milliarden Euro, um seine neuen Schulden sowie Zins und Tilgung für die alten Schulden zu finanzieren.

Inflationserwartungen entscheidend

„Ich sehe keine Schwierigkeiten für den zusätzlichen Betrag“, sagt Klaus Wiener, Chefvolkswirt des italienischen Versicherers Generali. Die zusätzliche Mittelaufnahme werde ohne einen deutlich erhöhten Zins möglich sein, die Verzinsung langlaufender Bundesanleihen werde also nicht von derzeit gut 4 auf zum Beispiel 5 Prozent steigen. „Jedenfalls nicht wegen der zusätzlichen Schulden.“ Entscheidend für das langfristige Zinsniveau und damit für die Kosten der Verschuldung seien die Inflationserwartungen. Die seien derzeit auf dem Rückzug. Zumindest kurzfristig sei wegen des wirtschaftlichen Abschwungs damit zu rechnen, dass sich die Inflationssorgen verringern.

Auch die Furcht vor einer übermäßigen Verschuldung der Staaten werde wegen des Rettungspakets nicht in eine neue Dimension gehoben, meint Wiener. Deutschland ist derzeit mit rund 1500 Milliarden Euro verschuldet, was rund 63 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Diese Quote könnte nun auf 68 Prozent steigen. Im internationalen Vergleich wäre das immer noch kein Spitzenwert.

Günstige Konditionen für die Staatsverschuldung

Japan ist zum Beispiel mit dem Doppelten seiner jährlichen Wirtschaftsleistung verschuldet und hat dennoch ein weitaus geringeres Zinsniveau als der Euro-Raum. Marktfachleute sind sich deshalb einig, dass der Bund das zusätzliche Geld relativ problemlos auftreiben kann, zumal Bundesanleihen in der Finanzkrise als sichere Anlage besonders gesucht sind. Kein anderer europäischer Staat kann sich derzeit zu so günstigen Konditionen verschulden wie der deutsche.

„Wir zahlen aber dennoch einen hohen Preis für die zusätzlichen Schulden“, sagt dagegen Thorsten Polleit, Volkswirt bei der britischen Bank Barclays. Jeder Euro, den der Staat auf dem Anleihemarkt aufnehme, fehle der privaten Wirtschaft. Dieser Effekt des Herausdrängens sei nicht zu vermeiden. Polleit fürchtet, dass die weiter wachsende Verschuldung schon den Samen für die nächste Übertreibung und die nächste Krise in sich trage. Langfristig drohe Kaufkraftschwund, weil für die Staaten der Anreiz wachse, ihre Schulden per Inflation zu entwerten.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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