02.01.2012 · Die gute Konjunktur hat die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland auf ein Rekordhoch getrieben. Im Jahresschnitt waren etwas mehr als 41 Millionen Menschen in Lohn und Brot. Experten rechnen damit, dass der Trend in diesem Jahr anhält.
Von Sven AstheimerDie gute Konjunktur hat im vergangenen Jahr so viele Menschen in Arbeit gebracht wie nie zuvor. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland stieg im Durchschnitt auf 41,04 Millionen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Gegenüber dem Jahr 2010 bedeutete dies ein Plus von 535 000 Personen oder 1,3 Prozent. Der Zuwachs erstreckt sich über fast alle Wirtschaftsbereiche. Im Gegenzug sank die Zahl der Erwerbslosen um mehr als 15 Prozent auf 2,5 Millionen. Während sich in vielen europäischen Ländern die Lage am Arbeitsmarkt als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise verschlechterte, verbesserte sie sich in Deutschland erheblich. Die Dezemberbilanz stellt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Dienstag vor. Am Montag teilte die Behörde mit, dass der Personalbedarf ungebrochen hoch ist und der Stellenindex im abgelaufenen Monat ein Rekordhoch erreicht hat.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich erfreut über die Entwicklung. „Den Rekord verdanken wir der brummenden Wirtschaft und der klugen Arbeitsmarkt- und Krisenpolitik der vergangenen Jahre“, sagte sie dieser Zeitung. „Wichtig waren die niedrigeren Einstiegshürden, denn heute sind große Gruppen in Arbeit, die lange Zeit außen vor geblieben waren.“ Auf Dauer bleibe der Arbeitsmarkt aber nur in der Spur, wenn sich Flexibilität und soziale Leitplanken ergänzten. Die Ministerin verteidigte zudem die zum Januar gestartete Einführung der Rente mit 67 Jahren. Laut Arbeitsagentur stieg das Durchschnittsalter der deutschen Arbeitnehmer seit 1980 um fünf auf 41,4 Jahre.
Auch in der Metall- und Elektroindustrie herrscht verhaltene Zuversicht. „Die Industrie hat ihre Zusagen zur Beschäftigung eingehalten und 2011 etwa 150 000 zusätzliche Stammarbeitsplätze geschaffen“, sagt Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser dieser Zeitung. Dieser Beschäftigungsaufbau könne 2012 weitergehen, allerdings mit deutlich geringerem Tempo. Voraussetzung dafür sei, „dass die zweifellos vorhandenen Risiken aus den Finanzmärkten und der Fiskalpolitik nicht weiter ausbrechen“.
Als erwerbstätig gelten alle, die einer wirtschaftlich ausgerichteten Tätigkeit nachgehen. Die größte Gruppe ist die der Arbeitnehmer, zu der Arbeiter und Angestellte gehören, aber auch Beamte, Soldaten und Minijobber. Die Zahl der Arbeitnehmer wuchs um fast eine halbe Million auf 36,5 Millionen. Die Gruppe der Selbständigen nahm um 1,3 Prozent zu auf zuletzt 4,55 Millionen. Der größte Anteil entfiel auf unternehmensnahe Dienstleistungen wie Zeitarbeit und Logistik, die im Vorjahresvergleich um 4,2 Prozent wuchsen. Doch auch das produzierende Gewerbe wuchs um 1,7 Prozent, das Baugewerbe um 1,6 Prozent.
Im Jahr 2011 arbeiteten fast drei Viertel der Erwerbstätigen in Dienstleistungsbranchen. Zwanzig Jahre zuvor waren es noch 61 Prozent gewesen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stammten im Dezember die meisten der gemeldeten offenen Stellen aus der Zeitarbeit, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel und der Gastronomie. Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe. Seit 1991 sank der Anteil um fast zehn Prozentpunkte auf 18,7 Prozent.
SUPER SACHE
Tony Karp (mr.oracle)
- 03.01.2012, 00:20 Uhr
Das ist ja lustig, sie leben von Sozialhilfe, weil sie das deutsche
Arbeitsverstandnis hassen !!!
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 02.01.2012, 22:38 Uhr
Führen wir doch einfach die Sklaverei wieder ein...
Erich Heimstätter (EHeimstaetter)
- 02.01.2012, 20:44 Uhr
So geht es auch ..
Chris Heidrich (Rockwilder1979)
- 02.01.2012, 20:32 Uhr
"Herr Streif" Rot/grun hat eine Arbeitslosenzahl von uber 5
Millionen Menschen "erwirtschaftet" !
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 02.01.2012, 19:14 Uhr
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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