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Deutsche übernimmt Postbank Bank ohne Dünkel

11.09.2008 ·  Der geplante Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank ist ein Wagnis. Die Kunden der beiden sind höchst unterschiedlich. Doch aus der Verbindung könnte ein stabiler Ausgleich für das riskante Investmentbanking erwachsen - wenn die Deutsche Bank ihren Dünkel ablegt.

Von Holger Steltzner
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Die Finanzkrise beschleunigt den Zusammenschluss von Banken. Ob in der Krise der Handlungsdruck steigt oder besonders günstige Preise locken, ist einerlei. Nur zwei Wochen nach dem Einstieg der Commerzbank bei der Dresdner Bank schickt sich die Deutsche Bank an, die Postbank zu übernehmen. Während in den Vereinigten Staaten selbst große Investmentbanken vom Zusammenbruch bedroht sind und in Deutschland Staatsbanken mit dem Geld der Steuerzahler gerettet werden, ordnen führende Institute den Markt für Privatbanken neu.

Die Deutsche Post trennt sich nur schweren Herzens von ihrer erfolgreichen Tochterbank, deren Filialen sie weiterhin braucht und deren stabile Gewinne sie vermissen wird. Doch die Verluste in Amerika fordern ihren Tribut vom Logistikkonzern Post, an dem der Bund noch immer beteiligt ist.

Schon einmal Objekt der Begierde

Die Postbank war schon einmal Objekt der Begierde des Marktführers, als der damalige Kanzler Schröder sie der Deutschen Bank andiente. Doch die hatte bereits den Auftrag, die Postbank an die Börse zu bringen. Heute hält sich die Regierung zurück und überlässt die Entscheidung den Unternehmen, wobei natürlich auf den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen geachtet wird. Die Deutsche Bank wird nicht jeden Preis bezahlen, aber sie wird weit gehen. Für sie ist das die vorerst letzte Gelegenheit, im Geschäft mit Privatkunden einen Sprung nach vorne zu machen. Mit der Kombination aus Dresdner und Commerzbank entsteht im Heimatmarkt ein ebenbürtiger Konkurrent. Wenn dann auch noch eine der effizienten Auslandsbanken die Postbank bekäme, wäre die Deutsche Bank erst recht in der Defensive.

Der geplante Kauf der Postbank ist ein Wagnis. Die Kunden der beiden Banken sind höchst unterschiedlich. Von den 14 Millionen Kunden der Postbank unterhalten die meisten nur ein Girokonto. Dagegen zielt die Deutsche Bank auf vermögende Klientel und hat sogar einmal Kleinkunden vor die Tür gesetzt (Bank 24). Auf Dauer braucht keine Bank zwei Marken. Besser wäre es, die Deutsche Bank legte ihren Dünkel ab, benutzte die Postbank nicht nur als Vertriebskanal für Investmentprodukte und ließe sich vom effizienten Privatkundengeschäft der Postbank leiten. So könnte aus der Verbindung ein stabiler Ausgleich für das riskante Investmentbanking erwachsen.

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