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Gute Geschäfte : Deutsche Konzerne beschäftigen 650.000 Mitarbeiter in Amerika

Das in Bad Homburg ansässige Unternehmen Fresenius beschäftigt 60.000 Mitarbeiter in Amerika. Bild: Wolfgang Eilmes

Deutsche Unternehmen schaffen viele Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten – mehr als umgekehrt. Die blendende Konjunktur in Amerika kommt ihnen dabei zugute.

          Deutsche Unternehmen machen in den Vereinigten Staaten gute Geschäfte. Die 50 größten in Amerika engagierten deutschen Unternehmen erzielen dort nunmehr 366 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigen ungefähr 650.000 Mitarbeiter, teilte die amerikanische Handelskammer in Deutschland, Amcham, an diesem Donnerstag mit.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am wirtschaftsstärksten unter den deutschen Arbeitgeber in Amerika ist demnach die Autobranche. Beispielsweise betreiben die Hersteller Daimler und BMW große Fabriken in den Vereinigten Staaten; BMW exportiert aus dem Land sogar mehr Autos als die amerikanischen Hersteller Ford und General Motors. Der Gesundheitskonzern Fresenius beschäftigt mit 60.000 Angestellten mehr Menschen als jedes andere deutsche Unternehmen in den Staaten.

          Umgekehrt stellen die 50 größten in Deutschland engagierten amerikanischen Unternehmen derzeit annähernd 300.000 Mitarbeitern hierzulande an. Mit Abstand am meisten Deutschen beschäftigt die Fast-Food-Kette McDonald’s (60.000), danach folgt der Autohersteller Ford (24.000). In Sachen Umsatz steht dieser allerdings auf Platz eins, doch ist ihm der Online-Händler Amazon mit zweistelligen Wachstumsraten dicht auf den Fersen. Überhaupt dominieren unter den größten amerikanischen Investoren hierzulande mittlerweile digitale Dienstleister.

          In Deutschland fehlen Fachkräfte

          Die amerikanischen Wirtschaft blüht derzeit. Trotz Handelskonflikt und Negativschlagzeilen wuchs die amerikanische Wirtschaft im Zeitraum April bis Juni mit einer hochgerechneten Rate von 4,2 Prozent, teilte das Handelsministerium mit. Die Notenbank Federal Reserve hatte kurz zuvor ihre Prognose auf 3,1 Prozent für das Gesamtjahr erhöht.

          In Deutschland zeigt die Entwicklung derzeit hingegen eher in entgegengesetzte Richtung. „Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft verliert an Fahrt“, sagte der Konjunkturchef des Essener RWI-Instituts, Roland Döhrn, während der Vorstellung des Herbstgutachtens der führenden deutschen Forschungsinstitute. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr statt der noch im Frühjahr erwarteten 2,2 nur um 1,7 Prozent wachsen. Für 2019 werden 1,9 Prozent erwartet, für 2020 1,8 Prozent.

          Der starke Aufschwung in den Vereinigten Staaten wird vor allem von der mit einem hohen Haushaltsdefizit finanzierten Steuersenkung Trumps, von der vor allem die Unternehmen profitieren, und von einem großen staatlichen Ausgabenprogramm. Internationale Krisen und der schwelende Handelskonflikt werden dadurch nach Ansicht von Volkswirten überkompensiert.

          Dass es in der Exportnation Deutschland gerade schlechter läuft, liegt nach Ansicht der Konjunkturgutachter nicht in erster Linie an dem Handelskonflikt, der zwar weiter als großes Risiko gilt, sich bislang aber noch kaum in den Zahlen niederschlage. Vielmehr stießen die Unternehmen „an produktionsseitige Engpässe“, sagte Ökonom Döhrn. Es fehlten schlicht genügend Mitarbeiter, um weitere Aufträge abzuarbeiten. „Das Arbeitskräfteangebot ist immer weniger in der Lage, die Nachfrage zu befriedigen.“

          Zudem habe die deutsche Autoindustrie nach Ansicht der Wirtschaftsforscher „einen nicht unerheblichen Anteil“ daran, dass der Aufschwung sich deutlich verlangsamt. Ursache sei das neue Abgastestverfahren WLTP. Dieses ist aufwendiger und soll den realen Fahrbetrieb besser abbilden. Nicht alle Hersteller kommen damit gut klar, vor allem der Volkswagen-Konzern hatte Schwierigkeiten, seine Fahrzeuge bis zum Stichtag 1. September zu zertifizieren. Im dritten Quartal dürfte das BIP gegenüber dem Vorquartal wohl nur um 0,1 Prozent zugenommen haben, schreiben die Forscher.

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