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Währungskrise : Deutsche Exporte in die Türkei brechen um ein Drittel ein

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Container im Hafen der türkischen Stadt Izmir Bild: dpa

Die Währungskrise in der Türkei belastet das deutsche Exportgeschäft schwer. Unter den Unternehmen herrscht große Verunsicherung – und eine rasche Trendwende ist nicht in Sicht.

          Den deutschen Exporteuren bricht das Türkei-Geschäft weg. Die Ausfuhr von Waren fiel im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 33 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Einen kräftigeren Rückgang gab es seit dem Jahr der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr.

          Dahinter dürfte die schwere Währungskrise stecken. Im Sommer rutschte die türkische Lira bis auf das Rekordtief von rund 6,50 je Dollar ab. Das verteuerte Importe für die Türkei, deren Währung seit Jahresbeginn etwa 40 Prozent an Wert verloren hat. Inzwischen hat sich der Kurs etwas erholt und liegt bei rund 5,50.

          Mit dem Einbruch im September zeichnet sich auch im Gesamtjahr 2018 ein Rückgang der deutschen Türkei-Exporte ab: In den ersten drei Quartalen schrumpften sie um 4,1 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro, nachdem es in den ersten sieben Monaten noch ein Plus von fast vier Prozent gegeben hatte. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Ausfuhren legten in den ersten drei Quartalen um 3,5 Prozent zu.

          TRY/USD

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          Eine rasche Trendwende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Der Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge rechnen die im Türkei-Geschäft aktiven deutschen Betriebe in den kommenden Monaten mit einem Einbruch. „Die Inflation erreicht immer neue Höhen und bringt die Lira weiter in Bedrängnis“, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag dazu. „Das hemmt auch den privaten Konsum sowie die Investitionen der Unternehmen.“

          Zudem verschärfe die starke Importabhängigkeit in Kombination mit der hohen Schuldenlast in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Dollar die Situation. Der wirtschaftspolitische Rahmen wird von über drei Viertel der befragten Unternehmen als großer Unsicherheitsfaktor angesehen. „Ungefähr gleichauf liegt die Besorgnis um den Wechselkurs“, so der DIHK.

          2017 gingen Waren „Made in Germany“ im Wert von 21,5 Milliarden Euro in die Türkei, womit das Land in der Rangliste der wichtigsten deutschen Kunden den 16. Platz einnahm. Das Volumen entspricht knapp zwei Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren.

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