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Deutsche Bank Soll und Haben

Die Deutsche Bank hat einen Milliardenverlust im letzten Quartal des vergangenen Jahres ausgewiesen. Gleichwohl gehörte die Aktie am Donnerstag zu den Tagesgewinnern am deutschen Aktienmarkt. Wie kommt das?

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Die beiden neuen Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen (links) präsentieren erstmals gemeinsam eine Jahresbilanz.

Die Deutsche Bank hat für das vierte Quartal des vergangenen Jahres einen unerwartet hohen Verlust von 2,6 Milliarden Euro vor Steuern veröffentlicht. Gleichwohl gehörte die Aktie der Deutschen Bank am Donnerstag mit einem Kursgewinn von gut 3 Prozent zu den Tagesgewinnern am deutschen Aktienmarkt. Der scheinbare Widerspruch lässt sich auflösen. Die Deutsche Bank besitzt derzeit zwei Gesichter. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

In ihrem normalen Geschäft arbeitet die Bank nicht schlecht. Lässt man alle Sonderlasten beiseite, errechnet sich für das Geschäftsjahr 2012 auf der Basis des Gewinns vor Steuern eine Eigenkapitalrendite von 14 Prozent. Das ist ansehnlich, auch wenn besonders in der Vermögensverwaltung noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Insgesamt ist es der Bank gelungen, gleichzeitig die Risiken zu reduzieren und trotzdem die Erlöse leicht zu steigern. Die vor wenigen Monaten angekündigten Schritte zur Kostensenkung wurden eingeleitet, sind aber noch lange nicht abgeschlossen.

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Ihre Ertragsstärke hat es der Deutschen Bank erlaubt, die Ausstattung mit Eigenkapital so zu steigern, dass sie immerhin wieder Anschluss an ihre Konkurrenten gefunden hat. Üppig ist der Kapitalvorrat aber keineswegs. Die erzielten Fortschritte in der Eigenkapitalbildung waren aus Sicht der Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen die wichtigste Botschaft des Tages. Jains Hinweis, die Eigenkapitalausstattung sei lange Zeit zu knapp gewesen, war ein offensichtlicher Fußtritt gegen seinen Vorgänger Josef Ackermann. Solange sich das Umfeld nicht radikal verschlechtert, sollte die Bank in den kommenden Jahren in der Lage sein, ordentliche, wenn auch vielleicht nicht brillante Abschlüsse zu präsentieren. Das war die gute Nachricht.

Aber die Deutsche Bank besitzt auch noch ein anderes Gesicht, ablesbar in der Bilanz an hohen Sonderbelastungen und an Schlagzeilen über staatsanwaltliche Durchsuchungen, Prozessrisiken, Anhörungen durch Parlamentarier und Aufsichtsbehörden sowie kommunikative Fehlleistungen an der Vorstandsspitze. Nicht nur ist der in seiner Gänze noch gar nicht absehbare finanzielle Schaden erheblich. Hinzu tritt ein vermutlich lange wirkender Reputationsverlust, da die Bank auch auf absehbare Zeit weiterhin ihr unliebsame Schlagzeilen produzieren dürfte. Die Deutsche Bank befindet sich in vielerlei Hinsicht in einem schwierigen Reinigungsprozess.

Quelle: F.A.Z.

 
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