Die Deutsche Bank hilft Aufsichtsbehörden in den Ermittlungen gegen manipulierte Geldmarktzinsen wie etwa den Libor als Kronzeugin. Auch wenn im Umfeld des Instituts niemand dies als Schuldeingeständnis wertet, läuft es darauf hinaus.
Schon im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank den Kronzeugenstatus beantragt. Die Entscheidung hatte also noch die alte Führungsspitze getroffen, um auf eine mildere Strafe hoffen zu können.
Der neuen Doppelspitze um Anshu Jain und Jürgen Fitschen kommt die Libor-Affäre, die mit der Strafe gegen die britische Großbank Barclays einen ersten Höhepunkt erreicht hat, ungelegen. In den Vereinigten Staaten ist die Deutsche Bank deshalb schon verklagt worden.
Dass sie sich im vergangenen Jahr von zwei Händlern getrennt hat, nährt den Verdacht von Verfehlungen in der Bank. Ob sich in der Deutschen Bank die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Zinsabsprachen nur auf die zwei Händler begrenzen lassen, werden die Ermittlungen der Behörden und die noch laufende Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht Bafin zeigen.
Die Führungsspitze der Deutschen Bank dürfte auf die Ergebnisse mit Nervosität warten.
Schuldeingeständnis
Michael Kunz (mkunz)
- 17.07.2012, 14:19 Uhr
A rush to judgement?
Egon Weissmann (EgonOne)
- 17.07.2012, 04:15 Uhr
Mea culpa ?
Egon Weissmann (EgonOne)
- 16.07.2012, 21:03 Uhr
Kronzeuge
Reinhilde Rauschenbach (Waldrauschen)
- 16.07.2012, 19:59 Uhr
Und die Verantwortlichen lässt man laufen
Rolf Michael Ruoff (St.Michael)
- 16.07.2012, 18:37 Uhr