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Deutsche Bank Erster Test für Ackermanns Angriffstaktik

01.08.2002 ·  Der Umbau der Deutschen Bank geht voran. Stellen werden gestrichen, Beteiligungen verkauft. Doch die größten Baustellen warten noch.

Von Natascha Lenz
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Seine erste Zwischenbilanz beginnt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit einem Bekenntnis zum Standort Deutschland. „Die führende Bank in Deutschland“ will das größte deutsche Finanzinstitut sein, heißt es im neuen Leitbild. So wie Ackermann gegen die immer wiederkehrenden Spekulationen über eine Verlagerung der Deutschen Bank nach London vorgeht, räumt er auch innerhalb der Deutschen Bank auf.

Zehn Wochen nach seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze hat er den Abbau von noch einmal 3.800 weitere Stellen angekündigt, Unternehmensbeteiligungen wie die Münchener Rück und Allianz abgestoßen und kappt weitere Randgebiete vom Kerngeschäft ab. Das Immobiliengeschäft und das Rechenzentrum stehen weiter auf dem Prüfstand.

Hoher Druck auf Ackermann

Der Druck auf Ackermann ist hoch. Während sich die Konjunkturflaute weiter in die Länge zieht, den Banken durch Insolvenzen Kredite wegbrechen und auch das Geschäft mit Börsengängen und Fusionen lahmt, muss Ackermann sich beeilen, um den Anschluss an die europäischen Spitzenbanken nicht zu verpassen.

Das Ergebnis im zweiten Quartal ist laut Ackermann ein operativer Gewinn von 900 Millionen Euro ohne Beteiligungsverkäufe. Vor Steuern liege der Gewinn bei 2,2 Milliarden Euro. Mit nicht müde werdendem Lächeln weist Ackermann immer und immer wieder daraufhin, dass die Deutsche Bank auch ohne Anteile zu cash zu machen noch Gewinn erwirtschafte. 2,045 Milliarden Euro brachte der Bank das Ergebnis aus Industriebeteiligungen, hauptsächlich dem Verkauf von Münchener Rück und Allianz-Anteilen. Denn wie die Wettbewerber mistet auch die Deutsche Bank derzeit aus, so lange auf die Verkäufe keine Steuern fällig werden. Doch selbst Bilanzprofis durchschauen nur noch schwer das Rechenwerk. Analysten anderer Finanzhäuser sehen unterm Strich einen Betriebsverlust von 200 Millionen Euro bei der Deutschen Bank.

Kosten senken, Randgebiete streichen

Bleibt der Blick auf die To-do-Liste. Die Umsetzung der Ziele geht laut Ackermann „planmäßig voran“. Vier Punkte stehen auf Ackermanns Agenda. Zwei Milliarden Euro Kosten will die Deutsche Bank bis Ende 2003 einsparen, indem sie Geschäftsprozesse schlanker macht und rationalisiert. Bis dahin soll auch der Abbau von 14.470 Stellen beendet sein. Was nicht zu den Kernaktivitäten gehört, wird noch in diesem Jahr aufgegeben. „Wir waren ein wenig zu breit aufgebaut, vielleicht aus dem Universalbankenverständnis“, so Ackermann zur Expansionsstrategie der Vorjahre. Zu wenig fokussiert sei die Deutsche Bank vorgegangen. Bis Ende des Jahres sollen alle Beteiligungsverkäufe eingeleitet sein. Durchforstet wird auch die Kapitalstruktur. Zu viel Kapital sei gebunden.

Eigentlicher Knackpunkt ist allerdings der PCAM-Konzernbereich, in dem die Betreuung der Privat- und Firmenkunden und die Vermögensverwaltung zusammengefasst sind. Eine Billion Euro Vermögen verwalte die Deutsche Bank, so Ackermann. Allerdings noch nicht profitabel genug. Besonders bei der Betreuung der vermögenden Privatkunden, Private Wealth Management, sieht Ackermann noch Möglichkeiten für Synergien. Filialen in Frankreich sollen verkauft, das Netz insgesamt gestrafft und die Effizienz gesteigert werden. Für den Schweizer Ackermann eine vertrautes Geschäft. Vorbild in diesem wichtigen Geschäftsbereich sind die Schweizer Institute.

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