26.05.2012 · Josef Ackermann hat die Krise der Deutschen Bank gemeistert, das „Du“ eingeführt und auch noch 25 Prozent Rendite gemacht. Was bleibt, wenn er jetzt geht?
Von Georg MeckRichtlinien für Lesermeinungen
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Einen Banker und Vorstandsvorsitzenden muss man zunächst nach seinen Zahlen beurteilen. Und wenn man Ackermann beurteilen will, muss man ihn mit seiner Konkurrenz vergleichen. Und das ist einfach. Die Konkurrenz hat den Wagen an die Wand gefahren. Die Aktionäre der Commerzbank sind ihr Geld los. Die Aktionäre der Commerzbank haben ein paar Jahre ihres Lebens umsonst (bzw. für den Immobilienboom in den USA und die Bankmanager) gearbeitet. Also muss man sagen, Ackermann hat seinen Job im Vergleich recht gut gemacht. Und dass die deutsche Linke ihn nicht besonders gemocht hat? Na ja, was will man von denen erwarten? Die deutsche Linke (die sich großzügig mit Deutschland gleichsetzt) wird ihn ja, wie zu lesen ist, vermissen. Schöner hätte man die eigene geistige Beschränktheit nicht beschreiben können.
Er war der anständigste Banker weit und breit:
Er hat die Deutsche Bank am Anfang seiner Vorstandszeit von einem Sanierungsfall zu einem beispiellos gesunden Unternehmen gemacht. Er hat als einziger deutscher Banker keinen € vom Staat gebraucht und die kleinen Verluste im Investmentgeschäft durch gute Gewinne in anderen Bereichen mit Leichtigkeit ausgeglichen. Und er aht als erster von einem wirksamen Schuldenerlass für Griechenland gesprochen. Leider kam es nicht zu dem inzwischen notwendigen völligen Schuldenerlass, weil er inzwischen seine Macht abgegeben hat, und weil unsere Kanzlerin dies ohne seine Rückendeckung nicht durchsetzen kann.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.05.2012 14:46 UhrEin Leben ohne Ackermann...
... ist möglich - ohne Zweifel. Krokodilstränen sind wahrlich unangebracht.
Die krasse Verdrehung der Tatsachen durch Ihren Kommentar kann
eigentlich nur ironisch gemeint gewesen sein.
Was darf alles ein Vorstandsvorsitzender nicht wissen,um über die Runden zu kommen.
An Herrn Ackermann kann man studieren,was eine einseitige, hohe
Fähigkeit eines Spitzenmanagers bewirken kann.Übrigens
Einseitigkeit ist durch die hohe Arbeitsteilung generell weit
verbreitet(siehe die aktuelle Situation der Lösung der
Energieprobleme u des Fehlens des klugen und technisch versierten
Managements über die Grenzen der Beteiligten hinweg),wenn auch der
Einzelne den Eindruck von sich selbst hat,er sei spitze.Einseitigkeit
fällt zur Zeit besonders bei den Bankern auf,weil sie ins
Lampenlicht der Öffentlichkeit gekommen sind.
Ein besonderes Problem in den TOP-Etagen ist,dass Vorstände sich
von gravierenden Mißständen(weit)unterhalb der Vorstandsebene
gerne abschotten.Falls etwas bei der Hauptversammlung zur Sprache
kommt,ist es kein Wunder,dass Vorstandsvorsitzende nichts wissen(sich
selbst verordnete Unwissenheit kann eben juristisch nicht belangt werden).
Das sieht man auch an den Vergleichen,die die Deutsche Bank in den USA
gestartet hat.Ackermann konnte nichts wissen!
kommt dem Grexit erstaunlich nah
Georg Meck Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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