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Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain „Es lohnt sich, Europa zu retten“

 ·  Anshu Jain spricht in Berlin auf einer Botschafterkonferenz. Und was er sagt, klingt diplomatisch: Es lohne sich, „Europa zu retten“. Den Krisenländern müsse mehr Zeit gegeben werden.

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Der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat weitere Anstrengungen zur Lösung der Euro-Schuldenkrise angemahnt. „Es ist notwendig, noch mehr zu tun“, sagte Jain am Dienstag in Berlin auf einer Botschafterkonferenz des Auswärtigen Amtes. Der europäische Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin allein reiche nicht.

Die Krisenländer benötigten auf dem steinigen Reformweg mehr Zeit und sollten sie auch bekommen. Es dauere schon lange, den Reformweg in einem freundlichen Marktumfeld zu gehen. Doch die Märkte hätten den Schuldenländern „den Rücken gekehrt“. Die klammen Länder am Rand der Euro-Zone bemühten sich zwar. Doch es bestehe die Gefahr, dass die Märkte ihnen nicht die nötige Zeit ließen.

Jain: Italien und Spanien auf gesunden Füßen

Zudem sei eine starke Institution nötig, sagte Jain weiter. Mit Blick auf das von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Aussicht gestellte Anleihenankaufprogramm für Schuldenländer, die unter den Rettungsschirm schlüpfen und sich zu Reformen verpflichten, sagte Jain, er stimme mit „einigen Schritten“ der EZB überein. Das Vorgehen der Notenbank sei zwar - vor allem in Deutschland -umstritten. Die Europäische Zentralbank sei jedoch eine wichtige Institution zur Stützung der Schuldenländer: „Es darf aber keine Selbstbedienung geben“, fügte Jain hinzu. Er gehe davon aus, dass der politische Wille in den klammen Staaten da sei, das Ruder herumzureißen und Reformen beherzt anzugehen. Die Länder müssten bereit sein , das Nötige zu tun. „Es gibt nichts kostenlos“, sagte der Co-Chef von Deutschlands größten Geldhaus.

Jain warb für den Erhalt der Währungsunion: „Es lohnt sich Europa zu retten.“ Er ergänzte: „Meiner Meinung nach wird der Euro überleben.“

Die Volkswirtschaften von Italien und Spanien stehen nach den Worten von Jain eigentlich auf gesunden Füßen. Die Fundamentaldaten seien gut.  In den vergangenen zwölf Monaten sei jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Bankrotts Italiens um 40 bis 50 Prozent gestiegen, sagte Jain auch mit Blick auf die nach wie vor hohen Renditeaufschläge auf italienische Staatsanleihen: „Das ist ungeheuerlich hoch.“

Griechenland hatte zuletzt für mehr Zeit zur Umsetzung der Reformen geworben, war dabei allerdings auf taube Ohren in Berlin und Paris getroffen. Im September prüft die Troika aus EZB, Internationalem Währungsfonds und EU-Kommission die Fortschritte der Griechen bei der Umsetzung des mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Reformprogramms. Ohne ein positives Votum droht dem Land die Pleite und ein Ausscheiden aus dem Euro.

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Von Joachim Jahn, Berlin

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