23.01.2008 · Der Bahnchef liebäugelt mit einem Mindestlohn für die Beschäftigten im Schienenverkehr. Damit will sich Mehdorn unliebsame Konkurrenten vom Hals halten. Jetzt darf die Politik nicht erneut den Fehler machen, mit einem Mindestlohn den Wettbewerb zu unterbinden.
Von Kerstin SchwennBahnchef Hartmut Mehdorn nimmt sich ein Beispiel an Postchef Klaus Zumwinkel. Nein, es geht (vordergründig) nicht um den Börsengang des letzten großen Staatsunternehmens. Es geht um dessen Position im Wettbewerb.Auch Mehdorn liebäugelt jetzt mit einem Mindestlohn für alle Beschäftigten seiner Branche.
Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA, die sich wegen der Öffnung der europäischen Schienenverkehrsmärkte vor Lohndumping fürchten, kommen ihm mit dem Ruf danach nur zuvor. Nach dem hohen Tarifabschluss mit der Lokführergewerkschaft GDL hatte Mehdorn getobt. Er hatte auf niedrigere Abschlüsse der Konkurrenten verwiesen, den Rückfall des Konzerns in der Wettbewerbsfähigkeit beklagt und Konsequenzen angedroht.
Eine gesetzlich festgeschriebene Untergrenze für die Bahn-Löhne würde den deutlichen Lohnkostenvorteil einiger Konkurrenten tatsächlich mit einem Schlag beseitigen. Der Mindestlohn ist, wie das Beispiel Post belegt, somit eine neue Variante, sich unliebsame Wettbewerber vom Hals zu halten. In Zeiten zunehmender Regulierung der Bahn ist zu befürchten, dass die Politik einen weiteren Fehler macht und vor diesem unfairen Mittel nicht zurückschreckt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |