02.07.2007 · Die Deutsche Bahn hat die Gewerkschaften für ihre Warnstreiks scharf kritisiert. Die Forderung der Lokführer-Gewerkschaft nach bis zu 31 Prozent höheren Löhnen sei „ein Wahnwitz“, sagte Personalvorstand Margret Suckale. Für Dienstag hat die Lokführer-Gewerkschaft einen Totalstillstand angekündigt.
Der bundesweite Zugverkehr bei der Deutschen Bahn läuft nach den Warnstreiks wieder weitgehend nach Fahrplan. Das Unternehmen kritisierte derweil das Vorgehen der Gewerkschaften im Tarifstreit. Die Warnstreiks der Gewerkschaften Transnet und GDBA und die massive Streikankündigung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) seien „völlig überzogen“, sagte Personalvorstand Margret Suckale am Montag in Berlin.
Besonders harte Kritik übte sie an der GDL: „Wir haben die GDL wiederholt zu Verhandlungen aufgefordert - alle Gesprächsversuche wurden jedoch von der GDL-Führung abgelehnt. Offensichtlich will diese Gewerkschaft keine Gespräche, sie will nur streiken“, sagte Suckale. Die Forderungen von bis zu 31 Prozent Lohnsteigerungen seien „ein Wahnwitz“.
Am Montagmorgen traten Bahnbeschäftigte vielerorts für etwa sechs Stunden in den Ausstand. Auswirkungen gab es nach Angaben der Bahn vor allem im Nahverkehr. Schwerpunkte der Aktionen waren Frankfurt und München, wo einzelne Züge verspätet bereitgestellt wurden. In Frankfurt beteiligten sich laut Gewerkschaft zwischen 3 und 5 Uhr rund hundert Mitarbeiter der Reinigungs- und Reparaturdienste an dem Warnstreik.
Totalstillstand am Dienstag
Für Dienstag kündigt sich ein Totalstillstand an: Die Gewerkschaft der Lokführer will bundesweit von 5 bis 9 Uhr streiken. Das teilte sie am Montag in Frankfurt am Main mit. Betroffen sollen sowohl der Personen - als auch der Güterverkehr sein. „Da es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen wird, raten wir Reisenden, in dieser Zeit auf Zugfahrten zu verzichten“, kündigte die Gewerkschaft auf ihrer Homepage an. Auch die Gewerkschaften Transnet und GDBA planen weitere Ausstände in dieser Woche.
Von den Aktionen betroffen waren laut Bahn auch die Hauptbahnhöfe Rostock und Wismar. Den Auftakt der Warnstreiks hatten laut Transnet zwischen 2 und 5 Uhr rund 60 Mitarbeiter des Betriebsbahnhofs Dortmund gemacht. Mehrere ICE-Züge konnten die Depots nicht verlassen, es kam den Angaben zufolge auch nach Wiederaufnahme des Betriebs zu Verspätungen im Fernverkehr. Das Stellwerk in Rostock hatte nach Angaben von Transnet seinen Betrieb eingestellt. Weitere Arbeitsniederlegungen meldete die Gewerkschaft aus Thüringen im Raum Erfurt und aus Sachsen-Anhalt im Raum Halberstadt.
Streiks sollen die ganze Woche über weitergehen
In den kommenden Tagen wollen die Gewerkschaften ihre Aktionen ausweiten. „Wir werden im Laufe der Woche unsere Warnstreiks ausdehnen, solange, bis der Bahnvorstand reagiert“, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Gewerkschaften Transnet und GDBA, Alexander Kirchner, im Deutschlandfunk. Er hoffe auf ein neues Angebot im Laufe dieser Woche. Transnet und GDBA fordern sieben Prozent mehr Entgelt für 134.000 Bahnbeschäftigte, mindestens aber 150 Euro. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Einmalzahlung von 300 Euro sowie Erhöhungen um jeweils zwei Prozent für 2008 und 2009 angeboten. Das hatten Transnet und GDBA als „Almosen“ abgelehnt. Bis zu 31 Prozent mehr Geld fordert die GDL.
Die Bahn hat unter der Telefonnummer 08000-996633 eine Hotline eingerichtet. Allerdings war diese Leitung am Montag auf Grund des starken Andrangs von Rat suchenden Reisenden überlastet und ständig besetzt. Anrufer wurden von einer Banddurchsage vertröstet. Bis Montagvormittag hat die Bahn rund 50.000
Anrufe bei der Streik-Hotline registriert. Wegen der starken Nachfrage sei die Besatzung „mit einigen hundert Mitarbeitern verstärkt“ worden, teilte das Unternehmen am Vormittag mit.
Informationen im Internet
Auch im Internet werden Informationen zu Auswirkungen der Warnstreiks auf den Bahnverkehr angeboten. Fahrgäste, die an einem Streiktag aufgrund streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen ihre Reise nicht antreten können, haben nach Angaben der Bahn die Möglichkeit, ihre Fahrkarte umzutauschen oder sich den Reisepreis erstatten zu lassen.
Nichts Neues
Bernd Esch (eschb)
- 02.07.2007, 10:33 Uhr
Streik trifft die Falschen
Dietmar Nieder (DUWN01)
- 02.07.2007, 11:15 Uhr
Re: Die Bahn
Tim N. (timnn)
- 02.07.2007, 15:29 Uhr
GDL????^
Michael Meier (never1)
- 02.07.2007, 15:38 Uhr
Was bleibt einen Lokführer anderes übrig?
Frank Schmidt (Herr_Einstein)
- 02.07.2007, 15:40 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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| Rohöl Brent Crude | 106,71 $ | −0,13% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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