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Veröffentlicht: 09.06.2016, 21:10 Uhr

Schienenverkehr Bahn plant Züge ohne Lokführer

Die Bahn will in wenigen Jahren Züge ohne Lokführer auf die Schienen schicken. Die ersten Pilotprojekte laufen, sagt Bahnchef Rüdiger Grube im Gespräch mit der F.A.Z.

© ddp So ist es heute: Wenn sich Lokführer begegnen wird gegrüßt.

Die Züge der Deutschen Bahn werden in einigen Jahren ohne Lokführer durch das Land fahren können. „Ich rechne damit, dass wir 2021, 2022 oder 2023 so weit sind, dass wir in Teilen unseres Netzes vollautomatisch fahren können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, der F.A.Z. in Berlin: „Das autonome Fahren ist in einem komplexen Schienensystem, in dem schnelle und langsame Personenzüge sowie Güterzüge fahren, schwieriger als bei einer U-Bahn – aber es ist möglich. Die ersten Pilotprojekte laufen, ein Testfeld haben wir bei der Erzgebirgsbahn aufgebaut.“

Grube setzt darauf, dass die Arbeitnehmervertreter die Pläne mittragen. „Auch Betriebsräte und Gewerkschaften erkennen, dass sich durch die Digitalisierung die Welt verändert“, sagte er. Wenn die Schiene wettbewerbsfähig sein solle im Vergleich mit der Straße, könne der Bahnvorstand bei der Digitalisierung nicht nur zusehen. „Sonst werden wir in der Produktivität immer mehr ins Hintertreffen geraten. Wir wollen aber die Kunden mit moderner Technik begeistern.“

F.A.Z. Mehr dazu in der F.A.Z. vom 10.06.2016. Am Vorabend schon in der F.A.Z. -App und als E-Paper.

Das autonome Fahren sei aber nur ein Aspekt. Die Bahn wolle die Daten, die sie gewinne, besser nutzen. Um neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu fördern, arbeitet sie mit Start Ups zusammen. Sie sollen künftig mehr Freiraum bekommen. „Wir planen die Gründung einer sogenannten Digital Venture GmbH, weil uns seit längerem klar ist, dass Start Ups ein eigenes Umfeld brauchen“, sagte Grube. Die Ideen reichen von einer digitalen Mobilitätskarte bis zum elektronischen Handel.
 

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