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Ende der Tarifverhandlungen : Deutlich mehr Geld für Bauarbeiter

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach einer langen Nacht der Verhandlungen gibt es eine Einigung im Bau-Tarifstreit: Die Löhne von Bauarbeitern sollen kräftig steigen. Noch fehlt aber die Zustimmung der Tarifparteien.

          Die Tarifverhandlungen für rund 800.000 Bauarbeiter sind mit einem Schiedsspruch des Schlichters Wolfgang Clement beendet worden. Das teilten die Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BAU am Samstagmorgen nach einer rund 19-stündigen Schlichtungsrunde in Berlin mit.

          Nach dem Schlichterspruch ist der Tarifkonflikt in der Bauwirtschaft noch nicht endgültig gelöst. Die Vertreter von Arbeitgebern und der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt stimmten dem Kompromissvorschlag des Schlichters Wolfgang Clement am Samstag zwar zu. Allerdings müssen die zuständigen Gremien dem ausgehandelten Tarifvertrag noch zustimmen. Dafür gilt eine Erklärungsfrist von 14 Tagen.

          Laut Schlichterspruch sollen die Beschäftigten im Westen zum 1. Mai 2018 rückwirkend eine Lohnerhöhung um 5,7 Prozent erhalten bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten. Die Ost-Löhne sollen um 6,6 Prozent zum 1. Mai 2018 und um 0,8 Prozent zum 1. Juni 2019 steigen, sagte Clement in Berlin. Hinzu kommen mehrere Einmalzahlungen.

          „Absolute Obergrenze“

          „Die Tarifparteien haben jetzt 14 Tage Zeit, um dem Schlichterspruch zuzustimmen“, sagte Clement. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie das auch tun werden.“ Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister hatte bereits zum fünften Mal eine Schlichtung für die Branche geleitet.

          Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, sagte: „Wir haben die Kuh vom Eis geholt.“ Es seien harte und zähe Verhandlungen gewesen, die „immer mal am Rande des Scheiterns waren", so Nostitz. Mit der Lohnsteigerung sei für die Unternehmen die „absolute Obergrenze“ der Leistungsfähigkeit erreicht. Zugleich aber biete die lange Laufzeit ihnen Planungssicherheit.

          Der IG-BAU-Vorsitzende Robert Feiger zeigte sich mit dem Schlichterspruch „zufrieden“. „Das ist bundesweit der höchste Abschluss in diesem Jahr“, betonte er. Deutschland verzeichne ein starkes Wirtschaftswachstum, und die Baubranche nehme dabei einen Spitzenplatz ein. „Entsprechend hoch waren die Erwartungen der Baubeschäftigten an diese Lohnrunde“, sagte Feiger.

          Die Gewerkschaft hatte sechs Prozent mehr Lohn gefordert für zwölf Monate Laufzeit. Die Arbeitgeber hatten ein Plus von 4,2 Prozent angeboten, bei einer Laufzeit von 22 Monaten und einer Einmalzahlung von 400 Euro.

          Die Baubranche boomt seit Jahren, da wegen der niedrigen Zinsen viele private Häuslebauer ihren Traum der eigenen vier Wände verwirklichen. Zudem stecken immer mehr Investoren mangels attraktiver Anlagemöglichkeiten Geld in den Immobilienmarkt. HDB und ZDB peilen für 2018 den höchsten Umsatz seit 23 Jahren an. Die Einnahmen dürften um rund vier Prozent auf gut 117 Milliarden Euro steigen.

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