20.10.2009 · Würde es sich lohnen, Bodenschätze auf dem Mond abzubauen, gäbe es Streit: Welches Land dürfte das? Laut Mondvertrag vom 1984 alle Länder. Russland und Amerika wollen diesen „Moon Treaty“ aber nicht unterschreiben.
Zwar wird nur von wenigen Verschwörungstheoretikern bestritten, dass die Amerikaner zuerst auf dem Mond gelandet sind. Ihre Astronauten haben dort 1969 auch unverzüglich ein symbolträchtiges Sternenbanner aufgestellt. Und trotzdem: Der Mond gehört deswegen nicht automatisch ihnen. Wer dort das Sagen hat, ist kompliziert. Laut Mondvertrag („Moon Treaty“, die 1984 ratifizierte Ergänzung des UN-Weltraumvertrags) stehen die Bodenschätze des Mondes - so es dort welche gibt - allen Völkern, Unternehmen und Menschen gemeinsam zur Verfügung: so, wie alle Alm-Bauern ihre Kühe grasen lassen können.
Bedauerlicherweise haben den Vertrag bisher nur 16 Länder unterschrieben, zwölf davon haben ihn bis heute ratifiziert. Russland und Amerika sehen sich selbst als Mondpioniere und leiten daraus ab, dass sie nicht für etwas unterschreiben müssen, was sie ohnehin schon dürften. An dem Beispiel sieht man gut, wie schwierig das manchmal mit den Gemeinschaftsgütern ist: Sich auf allgemein akzeptierte Regeln zu einigen ist eben gar nicht so einfach. Grundsätzlich könnte der Mond gemeinschaftlich ausgebeutet werden. Weil aber die Ausbeute des einen nicht zugleich die Ausbeute des anderen sein kann, gibt es Rivalität zwischen den Interessenten. Nur eines können alle Menschen tun, ohne einander in die Quere zu kommen: den Mond anschauen, wenn er nachts am Himmel leuchtet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2472 | −0,13% |
| Rohöl Brent Crude | 106,71 $ | −0,13% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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