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Der Sieger: Geohumus Das Granulat, das die Welt verändert

15.12.2006 ·  Durch das Granulat aus Mineralstoffen und ultrafein gemahlenem Lavagestein speichert der Erdboden fünfmal mehr Wasser als normal - und die Gießkanne kann öfters stehenbleiben.

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So ist der Sommer: 35 Grad, die Sonne brennt auf die Balkonpflanzen, morgens und abends zu gießen ist eigentlich oberste Gärtnerpflicht. „Das muß nicht sein“, sagt Wulf Bentlage, Chef und Gründer der Frankfurter Geohumus. Durch sein Granulat aus Mineralstoffen und ultrafein gemahlenem Lavagestein speichert der Erdboden fünfmal mehr Wasser als normal – und die Gießkanne kann öfters stehenbleiben.

Für diese Idee wurde Geohumus im Herbst 2006 mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. „Danach konnten wir uns vor Anfragen kaum halten“, erinnert sich Bentlage. Doch die Anlage im Frankfurter Osten produziert nur 1000 Tonnen im Jahr, die Nachfrage hätte mindestens das Zehnfache erfordert. Darum müssen Hobbygärtner noch warten, bevor sie von den braunen Körnern profitieren können. Bentlage konzentriert sich nämlich erst mal auf den arabischen Raum, auf Saudi-Arabien sowie die Emirate Dubai und Abu Dhabi.

90 Prozent des Umsatzes aus dem arabischen Raum

Denn dort werden schon im nächsten Jahrzehnt die Vorräte an Grundwasser erschöpft sein, das Interesse der Scheichs an wassersparenden Materialien ist entsprechend groß. Der Gründerpreis habe ihm politische Kontakte in der Region beschert, sagt der 43jährige. 90 Prozent seines Umsatzes kommen mittlerweile von dort. Für den Rest sorgen die Betreiber von Golfplätzen oder Baumschulen, die Wasser sparen wollen.

Im kommenden Jahr sollen Gemeinschaftsunternehmen in den drei Ländern am Golf Fabriken bauen, finanziert größtenteils von den dortigen Staaten. Das bedeutet den Durchbruch für das Unternehmen mit derzeit 15, im kommenden Jahr schon 40 bis 50 Mitarbeitern. Bis die Werke stehen, baut Geohumus die Produktion in Frankfurt aus. In der Halle, die vom Chemieunternehmen Alessa angemietet wurde, werden die Kapazitäten gerade auf 25 000 Tonnen im Jahr hochgeschraubt.

Überrascht vom Interesse

Für den promovierten Mediziner Bentlage ist das die endgültige Abkehr von seinem ursprünglichen Lebensplan. Eigentlich wollte er vor allem den Schwiegervater seines Bruders unterstützen. Der forschte jahrzehntelang an hochsaugfähigen Substanzen und gilt als Vater der heutigen Babywindel. Vor wenigen Jahren fand er dann heraus, wie man die ungiftigen Materialien für die Landwirtschaft anwendbar macht. Um die teuren, weltweit gültigen Patente zu finanzieren, brauchte er einen Partner – und fand Bentlage. Gemeinsam gründeten sie Geohumus. Für Bentlage war es anfänglich ein Investment, er wollte die Patente später weiterverkaufen. „Doch das große Interesse hat uns überrascht, und so produzieren wir jetzt selber.“

Im Vergleich zu anderen Gründern hatte es Bentlage finanziell viel leichter. Die Anfangsinvestitionen für die Produktionsanlage hat er aus den Gewinnen des Branchen-Kompass finanziert, eines Branchentelefonbuchs in der Rhein-Main-Region, dessen Eigentümer er ist. Dessen Infrastruktur, von EDV, Vertrieb, Buchhaltung bis zum Sekretariat, nutzt er auch für Geohumus. Mittlerweile konzentriert er sich voll auf das neue Unternehmen. „Das Thema „Sparen der wertvollen Ressource Wasser“ finde ich sehr spannend. Es ist geschäftlich hochinteressant und gleichzeitig kann man etwas Gutes für die Menschheit zu tun“, sagt Bentlage.

Die Bewertung: Geohumus ist mit Abstand der Gewinner der Gründeraktion dieser Zeitung. „Das Unternehmen besticht durch ein überzeugendes, innovatives Konzept. Damit gelingt es Geohumus, einen internationalen, wachsenden, neuen Markt zu entwickeln“, sagt etwa Jury-Mitglied Professorin Ann-Kristin Achleitner. „Es ist Geohumus zu wünschen, daß es ihr gelingt, dieses Potential zu realisieren und damit vielen Regionen zu helfen, die unter Wasserarmut leiden.“

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