http://www.faz.net/-gqe-8djfs

Hannes Ametsreiter : Vodafone schafft das Chefbüro ab

  • Aktualisiert am

Hannes Ametsreiter, 49, war 2013 Österreichs „CEO of the year“, seit Oktober ist er bei Vodafone – als Deutschland-Chef sowie Vorstandsmitglied des Gesamtkonzerns. Krawatte trägt da keiner. Bild: Edgar Schoepal

Der neue Chef von Vodafone Deutschland will weg von der strengen Präsenzkultur im Büroalltag. Er selbst habe kein festes Chefbüro mehr. Alle seine Mitarbeiter könnten bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit außerhalb des Büros verbringen.

          Der Telekom-Konzern Vodafone hat das Chefbüro abgeschafft. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf den neuen Geschäftsführer Hannes Ametsreiter: „Chefbüros sind verschwendeter Platz. Die stehen zu 90 Prozent leer, weil der Chef auf Reisen oder in Meetings ist“, sagt der Manager der Sonntagszeitung im Interview: „Mein Büro – das ist mein Iphone und mein Notebook, mehr nicht. Ich habe keinen einzigen Aktenordner“. Wenn er in der Deutschland-Zentrale sei, dann sitze er im Großraumbüro mit seinen Vorstandskollegen, „gemeinsam an einem großen Tisch.“ Für vertrauliche Gespräche buche er sich ein Extrazimmer als Rückzugsraum.

          Auch die Präsenzkultur bei Vodafone sei abgeschafft, berichtet er weiter: „Jeder unserer Mitarbeiter kann bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit außerhalb des Büros verbringen.“ Darauf habe der Angestellte einen festen Anspruch, er müsse sich nur abstimmen mit dem Vorgesetzten. Kontrolliert werde seine Arbeitszeit nicht: „Das ist eine Sache des Vertrauens“, betont Ametsreiter.

          In dem Interview prophezeit Ametsreiter zudem den Tod der SMS. Menschen jünger als 35 würden die SMS „ziemlich sicher“ nicht mehr verwenden. Für die Telefonkonzerne sei mit den Kurznachrichten deshalb kein Geld mehr zu verdienen, räumt er ein. „SMS trugen mal zehn Prozent zum Umsatz bei, der Trend geht eindeutig nach unten. Die junge Generation nutzt neue Technologien: Whatsapp und anderes.“

          Weitere Themen

          Parteien streiten über Deutsche Umwelthilfe

          Gemeinnützigkeit aberkennen? : Parteien streiten über Deutsche Umwelthilfe

          Einige CDU-Politiker würden der Deutschen Umwelthilfe, die für Diesel-Fahrverbote streitet, am liebsten die Gemeinnützigkeit aberkennen. SPD und Grüne sehen das ganz anders, sie kritisieren „solch schikanösen Umgang mit Umweltverbänden“.

          Wird Guinness teurer? Video-Seite öffnen

          Irische Brauerei in Sorge : Wird Guinness teurer?

          Das Dunkelbier ist nicht nur in seiner Heimat Irland beliebt, sondern auch der Exportschlager der Insel. Abgefüllt wird das das Getränk allerdings in Nordirland, was zu Großbritannien gehört. Das könnte in Zukunft zum Problem werden.

          Topmeldungen

          Merkel im Bundestag : Ein Satz wie Blei

          Wenn es um Migration geht, bemüht die Kanzlerin stets die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Dabei treibt sie nicht nur Multilateralismus, sondern Wiedergutmachung. Das ist Wasser auf die Mühlen ihrer Kritiker. Ein Kommentar.
          Er als erster in stillem Protest auf dem Taksim-Platz, aber er stand nicht lang allein:  Erdem Gündüz gehört zu den vierzehn Verhafteten.

          Brief aus Istanbul : Warum sind wir nicht die Besten?

          Spitzenreiter bei den Gefängnissen, unter ferner liefen bei den Universitäten: Präsident Erdogan versteht seine Türkei nicht mehr. Mit Geld kann er den Braindrain des Landes sicher nicht aufhalten.

          Flugzeug mit Ionenmotor : Lautlos fliegen wie bei Star Trek

          Der Traum existiert schon lange, jetzt konnten Ingenieure am MIT ihn erstmalig realisieren: Sie konstruierten ein Flugzeug, das von einem rein elektrisch erzeugten Ionenwind getragen wird.
          Nachahmer gesucht: Eine Impfung für Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner.

          Grippeimpfung : Diese Spritze lässt Herzen höher schlagen

          In manchen Gegenden wird der Impfstoff knapp. Was heißt das für die Grippe-Saison? Schwer vorauszusehen. Klar ist nur, wer am meisten von der vorbeugenden Spitze profitiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.