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Goldgrube Fußball : Wo kommen die Fifa-Milliarden her?

  • -Aktualisiert am

Bollwerk auf dem Zürichberg: die Fifa-Zentrale in der Schweiz Bild: Picture-Alliance

Auch wenn die Fifa offiziell ein Verein ist, agiert sie mittlerweile wie ein großes Unternehmen. Woher kommt das Geld? Und warum bloß hat ein nicht gewinnorientierter Verein 1,5 Milliarden Dollar auf der hohen Kante?

          Ein Blick auf die Googletrends in diesen Tagen zeigt, dass es viele Fragen zur Fifa gibt. „What is Fifa?“ steht auf Platz 1 der Suchanfragen zum Fußballweltverband, „How much is Fifa worth?“ an zweiter Stelle und „Who owns Fifa?“ folgt auf dem dritten Platz. Bei den Untersuchungen und Festnahmen, die zur Zeit nicht nur in den Vereinigten Staaten und der Schweiz stattfinden, sind diese Fragen keine Überraschung. Denn auch wenn sich die Fifa (Fédération Internationale de Football Association) als Verband für den Weltfußball kleidet, agiert sie doch mittlerweile wie ein Konzern - und zwar zum Teil wie ein undurchsichtiger.

          Grund dafür ist auch die Rechtsform. Formal ist die Fifa im Gegensatz zu einem börsennotierten Großunternehmen ein im Handelsregister eingetragener Verein im Sinne der Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) mit Sitz in Zürich. Mitglieder des Vereins sind 209 nationale Verbände. Als ein solcher Verein darf sie nicht gewinnorientiert handeln und ist verpflichtet, ihre Gewinne, Reserven und Mittel gemäß Vereinszweck „zur Verbesserung und weltweiten Verbreitung des Fußballs insbesondere durch Jugend- und Entwicklungsprogramme“ zu verwenden. Zudem darf sie keine Dividenden auszahlen, alle Einnahmen müssen daher mehr oder weniger wieder ausgegeben werden. Regelmäßig veröffentlicht die Fifa einen umfangreichen Finanzbericht, der von einem Wirtschaftsprüfer auf seine Richtigkeit überprüft wird und aus dem zumindest ungefähr die finanziellen Dimensionen ersichtlich werden.

          Womit verdient die Fifa also ihr Geld? Neben verschiedenen kleineren Geldquellen sind das Erträge aus Marketingrechten, die 29 Prozent der Einnahmen ausmachen, und vor allem Fernsehrechte, die mit 43 Prozent für die Hälfte der Einnahmen ausmachen. Schaut man ein wenig in die Vergangenheit, wird schnell deutlich, dass die Fifa ihre Einnahmen deutlich steigern konnte. Im Jahr 2014 nahm der Verband durch die WM in Brasilien mehr als 2 Milliarden Dollar ein, wie aus dem Finanzbericht 2014 hervorgeht. 2010, im Jahr der WM in Südafrika, waren es noch 1,3 Milliarden Dollar.

          Darin steckt auch deutsches Gebührenzahlergeld, weil die deutschen Fernsehrechte an ARD und ZDF vergeben und somit von Gebührengeldern gezahlt wurden. Für die WM in Brasilien waren das zum Beispiel 210 Millionen Euro. In einem kleinen und vereinfachten Rechenexempel lässt sich schnell ausrechnen, wie hoch der Anteil der deutschen Gebühren vermutlich an den Gesamteinnahmen der Fifa sein könnte. Die Fifa gibt in ihrem Finanzbericht an, mit den Fernsehrechten zur WM 2014 fast 2,5 Milliarden Dollar eingenommen zu haben (dies ist der Gesamtbetrag, der für die Finanzperiode 2011 bis 2014 ausgewiesen wird). Der deutsche Beitrag kann also, auch bei schwankenden Wechselkursen, auf etwa ein Zehntel geschätzt werden.

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