Ein Schlichterspruch ist kein schlichter Spruch. „Stuttgart 21“ könne gebaut werden, sagt Schlichter Heiner Geißler. Aber kann das umstrittene Bahnvorhaben jetzt, da Heiner Geißler es zu „Stuttgart 21 plus“ hochgeschlichtet hat, wirklich noch gebaut werden?
Das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn sprechen in ihrer Erleichterung, dass ihnen Baustopp und Volksabstimmung erspart geblieben sind, nur von „Hausaufgaben“, die sie erledigen müssten. Doch Geißlers Auflagen sind nicht von schlechten Eltern: Zehn statt acht Gleise im Tiefbahnhof, ein zweites Gleis zum Flughafen, begrenzte Grundstückserlöse sind nur die wichtigsten Verbesserungsideen. Sie werden die Kosten weiter in die Höhe treiben.
Bahnchef Rüdiger Grube hofft noch, dass er nach dem auferlegten „Stresstest“ und den Fahrplansimulationen nicht alle teuren Schlichtervorschläge umsetzen muss. Von den derzeit geschätzten Projektkosten bis zur „Sollbruchstelle“ von 4,5 Milliarden Euro klafft nur eine kleine Lücke von 400 Millionen. Bei der Bahn wird jetzt fieberhaft gerechnet und simuliert. Am Ende könnte sich aber zeigen: Schlichtung erfolgreich, Operation gelungen, Patient tot.
Wofür sonst Schlichtung?
Sven Weihusen (highlife)
- 02.12.2010, 09:46 Uhr
Gestandene Journalisten - mehr denn je gefragt.
Frank Sperling (Auch-Ein-Buerger)
- 02.12.2010, 10:03 Uhr
Tolle Leistung
herbert ax (Kritiker1949)
- 02.12.2010, 10:08 Uhr
Bügerbeteiligung
Manfred Wehner (europostolus)
- 02.12.2010, 10:36 Uhr
Geisler sympathisiert mit ATAC
(zx10)
- 02.12.2010, 11:35 Uhr