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Vor dem G-7-Treffen : Trump und der Nixon-Schock

Donald Trump nach seinem Gespräch mit dem früheren Außenminister Henry Kissinger am 10. Mai 2017 im Weißen Haus Bild: AP

Der Streit ist groß, wenn Donald Trump heute die Kanzlerin, Frankreichs Präsidenten und andere Verbündete trifft. Sogar ein dramatischer Vergleich mit einem früheren amerikanischen Anführer macht die Runde.

          Die Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrieländer (G 7) treffen sich und die Stimmung ist so schlecht wie lange nicht mehr. Kurz vor Beginn haben alle Teilnehmer noch einmal klargemacht, was sie von den anderen halten. „Nehmt eure Zölle und Barrieren runter oder wir werden das mehr als angleichen“, drohte der amerikanische Präsident Donald Trump über Twitter in Richtung Europäische Union und Kanada mit.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Justin Trudeau warnten, sie würden „nicht zögern“, Trump auf dem Gipfeltreffen zu „isolieren“. So weit ist es schon gekommen.

          Es gibt viele Streitthemen zwischen den westlichen Verbündeten, besonders in Wirtschaftsangelegenheiten. Trump beklagt die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigen Staaten und im Grunde allen anderen bedeutenden Volkswirtschaften auf dem Planeten. Bereits auf den Weg gebracht hat er Zölle auf Stahl, Aluminium, Solarzellen und Waschmaschinen, in Aussicht stellt er Einfuhraufschläge zum Beispiel auf Autos. Die EU wiederum hat ihrerseits angekündigt, von dem 1. Juli an eigene neue Zölle zu erheben auf amerikanische Güter, andere Länder – China, Russland und Japan – haben entsprechende Vorbereitungen getroffen und der Welthandelsorganisation angekündigt.

          Welthandelssystem kaputt?

          Wie schlimm steht es um das Welthandelssystem? Ist das wirklich „kaputt“, wie Trumps oberster Wirtschaftsberater sagt? Ereignet sich gerade eine weltwirtschaftliche epochale Wende?

          An dramatischen Vergleichen mangelt es jedenfalls nicht. Ein besonders frappierender dreht sich um ein Ereignis, das als „Nixon-Schock“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Im Mittelpunkt steht eine Entscheidung des verstorbenen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon, der die Vereinigten Staaten zu Beginn der siebziger Jahre regierte. David Frum, ein Redenschreiber George W. Bushs, zog diese Parallele im Magazin „The Atlantic“ schon im März. „Es ist besser mit der Erkenntnis zu beginnen, dass Trump das System zerbrochen hat in derselben Art und Weise, wie Richard Nixon das im Jahr 1971 tat“, schreibt Edward Alden, Fachmann des „Council on Foreign Relations“, nun in einem Beitrag für „Politco“.

          Doch was hat Nixon damals gemacht? Er beseitigte die damals etablierte Währungsordnung. Diese war beinahe 30 Jahre alt und wurde bereits im Juli 1944 während einer Konferenz in der amerikanischen Stadt Bretton Woods aus der Taufe gehoben.

          Die Vertreter der 44 Nationen, die daran teilnahmen, beschlossen die Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) als Notfallhelfer in Krisenzeiten und entschieden aufgrund der Erfahrungen in der Zwischenkriegszeit dafür, die Wechselkurse der wichtigen Währungen aneinander zu binden mit dem Dollar als Ankerwährung. Die Vereinigten Staaten hatten sich mit einem entwickelten Finanzmarkt als größte und führende westliche Wirtschaftsmacht etabliert. Von da an galten feste Wechselkurse beispielsweise zwischen der deutschen Mark, dem französischen Franc oder dem britischen Pfund zur Weltleitwährung, die freilich gelegentlich nach Absprache geändert werden konnten.

          Das „Bretton-Woods-System“

          Dazu gehörte, quasi als Vertrauen bildende Maßnahme, zudem das Versprechen der Vereinigten Staaten, Dollar jederzeit zu einem festen Preis (damals 35 Dollar je Feinunze) in Gold umzutauschen, wenn etwa eine ausländische Zentralbank das mir ihren Währungsreserven tun möchte. Die gesamte Struktur wurde nach dem Gründungsort schlicht „Bretton-Woods-System“ genannt.

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