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Der Arbeitslosen-Coach : Erich Pipa

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Vor Hartz, besser als Hartz: Erich Pipa Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Schon immer war Erich Pipa ein Mann, der starrköpfig und abseits ausgetretener Pfade nach Lösungen suchte. Als Kommunalpolitiker machte er den hessischen Main-Kinzig-Kreis zum Paradebeispiel erfolgreicher Arbeitsmarktpolitik.

          Lange Jahre war der 1948 geborene Sozialdemokrat Sozialdezernent des hessischen Main-Kinzig-Kreises, seit diesem Jahr ist er auch Landrat. Pipa ist immer ein Starrkopf gewesen, der den Widerstand sucht und mit Vorliebe ausgetretene Pfade der Kommunalpolitik verläßt. Er gilt als Macher und Antreiber, will „gestalten statt verwalten“.

          Bundesweit bekannt wurde er mit seiner Politik für Sozialhilfeempfänger und Langzeitarbeitslose. Gegen den Widerstand der eigenen Genossen und Teilen der Öffentlichkeit - das ZDF nannte ihn „Unsozialdezernent“ - setzt er mit seinem Programm „Neue Wege“ schon seit 1996 auf Fördern und Fordern und bewies, daß Kommunen ihren Arbeitslosen besser helfen können als die Arbeitsagentur.

          Der Erfolg gab ihm, von dem es hieß, er coache seine Langzeitarbeitslosen wie ein Rugby-Trainer, recht. Tausende hat er vermittelt, 85 Prozent, blieben dauerhaft unabhängig von staatlichen Leistungen, ein Wert wie aus einer anderen Welt. Zusätzlich hat Pipa zweistellige Millionenbeträge gespart, obwohl er neues Personal einstellte.

          Nun ist sein Kreis Hartz-IV-Optionskommune. Arbeits-, Sozial- und Jugendamt arbeiten zusammen. Vor allem helfen sie unbürokratisch: mit Krediten, Kinderbetreuung und Weiterbildung. Arbeitslose arbeiten zum Beispiel nach Tarif in einer kreiseigenen Gesellschaft und werden an Firmen verliehen. Übernahmen klappen von heute auf morgen. Pipa ist in der Tat „Neue Wege“ gegangen.

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