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Denkfehler, die uns Geld kosten (1) Wer schneller entscheidet, ist glücklicher

Warum geben wir zu viel Geld aus? Warum sparen wir kaum fürs Alter? Solche Denkfehler behandelt eine neue Serie. Erster Teil: Oft ist es besser, auf die eigene Intuition zu vertrauen

© Getty Images Vergrößern

Denken Sie gerade darüber nach, beim Börsengang von Facebook mitzumachen? Sie wollen moderne Technik und kräftiges Wachstum in ihr Depot bringen? Natürlich ist die Facebook-Aktie riskant, denken Sie - aber Google und Apple, Microsoft und SAP haben ihren Aktionären viel Geld gebracht.

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Wer so denkt, macht einen typischen Denkfehler, der teuer werden kann. Niemand weiß heute, ob die Facebook-Aktie in Zukunft mehr wert sein wird oder ob der Firma irgendwann die Puste ausgeht. Doch wer bei der Entscheidung über eine Facebook-Investition nur an Google und Apple denkt, der wird leicht von der Gier übermannt und kauft mehr Facebook-Aktien, als er eigentlich haben sollte. Die großen Erfolgsadressen verwirren die Sinne des Anlegers, die Psyche spielt Streiche.

Denn Google und Apple sind nicht die einzigen Technikfirmen, die die Börse gesehen hat. Da war auch Gigabell, ein gefeierter Internet-Anbieter aus Frankfurt, der am Tag der Sonnenfinsternis 1999 die ersten Aktien verkaufte und seinen Kurs binnen weniger Wochen vervierfachte. Ein Jahr später war Gigabell pleite. Heute spricht niemand mehr über die Firma, deshalb vergessen Anleger sie viel zu leicht und denken nur an die guten Unternehmen, die bis heute überlebt haben. Psychologen nennen das den „Survivorship Bias“.

Wer die Fehler kennt, kann gegensteuern

Solche und andere Denkfehler stellt die Sonntagszeitung von heute an in einer Serie vor, jede Woche. All diese Denkfehler haben eines gemeinsam: Sie kosten uns Geld, manche sogar ein Vermögen. Wir machen diese Fehler, wenn wir Geld verdienen, wenn wir es anlegen und wenn wir es ausgeben. Doch wir müssen nicht alle Fehler hinnehmen. Wenn wir sie kennen, können wir gegensteuern. Manchmal.

Im Schatten der klassischen Ökonomie hat sich in den letzten 20 Jahren eine neue Disziplin entwickelt, die Verhaltensökonomik, die ökonomisches Verhalten der Akteure nicht voraussetzt, sondern empirisch ergründet. Wie verhalten sich die Akteure in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen, warum verhalten sie sich so, und welche Logik steckt hinter ihrer gelegentlichen Irrationalität?

Nicht zu viele Informationen sammeln

Warum zum Beispiel beschäftigt die Menschen ein Verlust von 10 Euro genauso so sehr wie ein Gewinn von 25 Euro? Das ist eine der ältesten Erkenntnisse in einer jungen Disziplin - erst 2002 vergab eine Jury aus Wirtschaftsforschern dafür einen Nobelpreis. Inzwischen ist das Wissen gewachsen. Forscher haben Thesen getestet und wieder verworfen, alte Ideen präzisiert und ergänzt. Jetzt ist die richtige Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen, jetzt können Verbraucher und Anleger aus der Forschung richtig brauchbare Dinge lernen.

Zum Beispiel diejenigen, die eine neue Digitalkamera kaufen wollen. Noch vor einigen Jahren hätte der Ratschlag geheißen: Informiere dich gut, verstehe jedes Detail und lege dann eine Liste der Vor- und Nachteile der wichtigsten Kameras an. So kannst du dich für die Passende entscheiden. Selbst wenn diese Auswahl keinen Spaß macht - es ist am besten, wenn du deine Entscheidung mit möglichst vielen Informationen triffst. Heute würde das kaum noch ein guter Psychologe empfehlen. Wer diesem Muster folgt, gibt viel Geld aus und macht sich trotzdem selbst unglücklich.

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