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Naturkatastrophen : Den größten Schaden hat „Friederike“ angerichtet

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Hurrikan Irma stürmte im vergangenen Jahr über Florida – so verheerende Katastrophen sind dieses Jahr bislang ausgeblieben. Bild: dpa

33 Milliarden Dollar, so viel haben Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben die Welt dieses Jahr bislang gekostet. „Die Ruhe nach dem Sturm“, sagt dazu der Klimaforschungschefs des Unternehmens, das seit Jahren diese Schäden erhebt.

          Nach der Serie verheerender Stürme im vergangenen Jahr 2017 ist die Welt in diesem Jahr bislang von schweren Naturkatastrophen weitgehend verschont geblieben. Von Anfang Januar bis Ende Juni verzeichnete der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rund um den Globus volkswirtschaftliche Schäden von 33 Milliarden Dollar – im langjährigen Mittel ein niedriger Wert. „Man kann es auch als die Ruhe nach dem Sturm bezeichnen“, sagte Ernst Rauch, Chef der Klima- und Geoforschung des Unternehmens, an diesem Mittwoch.

          Im vergangenen Jahr hatte dagegen eine Serie dreier schwerer Hurrikans in der Karibik und den Vereinigten Staaten dreistellige Milliardenschäden angerichtet. Schwerster Sturm in diesem Jahr war mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 2,7 Milliarden Dollar „Friederike“, der im Januar über Großbritannien, Nordfrankreich, die Beneluxländer und Deutschland gezogen war.

          Die Munich Re erfasst seit Jahrzehnten die Naturkatastrophen auf der ganzen Welt. Zuletzt war die Bilanz im Jahr 2005 so vergleichsweise friedlich ausgefallen. Auch die Zahl der Opfer war im ersten Halbjahr mit 3000 Toten weit niedriger als der langjährige Schnitt von 28 000 Todesopfern für die erste Jahreshälfte.

          Weitere Anzeichen des Klimawandels

          Die vergleichsweise geringen Schäden sind aber kein Indikator, dass dies bis zum Jahresende so bleibt. „Es ist typisch, dass die Schäden in der ersten Jahreshälfte geringer ausfallen, da die schweren tropischen Stürme wetterbedingt erst in der zweiten Jahreshälfte auftreten“, sagte Rauch. „Hurrikans und andere tropische Stürme bilden sich erst, wenn die Wassertemperatur 26 bis 27 Grad erreicht. Da kann es Einzelereignisse geben, die Schäden von über 100 Milliarden Dollar verursachen können.“

          Teuerster Sturm der Geschichte weltweit war nach Angaben der Munich Re bislang der Hurrikan Katrina im Jahr 2005, der einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 125 Milliarden Dollar verursachte. Vom Wetter gänzlich unabhängig sind Erdbeben, die jederzeit auftreten können. „Erdbeben lösen - verständlicherweise - Ängste aus, aber im langjährigen Mittel sind 80 bis 90 Prozent der Schadenereignisse wetterbedingt“, sagte Rauch. „Erdbeben können schwere humanitäre Folgen auslösen, verursachen aber nur etwa 10 Prozent der ökonomischen Schäden.“

          In Europa liefert das aktuelle Wetter unterdessen weitere Anzeichen des Klimawandels. „Das Wetter in Deutschland in der ersten Jahreshälfte passt leider zu dem, was die langjährige Klimaforschung erwarten lässt“, sagte Rauch. „Wir müssen mit feuchteren Wintern und trockeneren Sommern rechnen, in diesem Jahr haben wir ausgeprägte Trockenheit in Norddeutschland.“

          Auch die Schäden durch schwere Gewitter in Deutschland und Mitteleuropa nehmen in der Langfristbetrachtung zu. Im Mai und Juni verursachten sehr langsam ziehende Gewitter in Deutschland und Frankreich vielerorts Sturzfluten. Der Gesamtschaden durch die Unwetter belief sich laut Munich Re auf rund 1,6 Milliarden Euro.

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