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Demographie Millionen suchen das Glück im Westen

30.09.2005 ·  Die ostdeutsche Bevölkerung schrumpft, viele Bürger zieht es wegen der Arbeitsplätze gen Westen. Dieser „Brain drain“ bedroht die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft.

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Im Gegensatz zu den alten Ländern schrumpft die Bevölkerung im deutschen Osten schon jetzt. Im vergangenen Jahr lebten in den neuen Ländern ohne Berlin 13,4 Millionen Menschen - 1,2 Millionen weniger als vor 15 Jahren.

Die Zahl der Menschen, die dem Osten Lebewohl sagte, ist noch viel größer. Fast 2,2 Millionen Ostdeutsche suchten seit 1991 ihr Glück in den alten Ländern. In die umgekehrte Richtung zog es freilich nur 1,3 Millionen Menschen.

Der Zug gen Westen bedroht die wirtschaftliche Entwicklung

Im Saldo verlor der Osten seit der Einheit mehr als 900 000 Menschen an den Westen; ein Ende ist kaum in Sicht. Der Wanderungsverlust hat sich in den vergangenen Jahren zwar verringert, er ist aber größer als Mitte der neunziger Jahre.

Der Zug gen Westen bedroht die wirtschaftliche Entwicklung unmittelbar. Zuletzt waren 44 Prozent der Fortzügler zwischen 18 und 30 Jahre alt. Zunehmend gehen die Jungen, Mobilen und Innovativen. Ihre Kauf- und Tatkraft fehlt im Osten - und mildert den demographischen Schock im Westen.

Mancher beklagt die Entwicklung als „Brain drain“, als schädlichen Entzug der klugen Köpfe. Liberal gesinnte Ökonomen betonen indes, daß die Fortzügler im Westen schneller Arbeit und Einkommen finden. Die Freiheit der Wohnsitzwahl hilft ihnen persönlich - und läßt die gesamtdeutsche Wirtschaft schneller wachsen.

Quelle: pwe., F.A.Z., 01.10.2005, Nr. 229 / Seite 14
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